Field trip guide

Die Zoolithenhöhle bei Burggaillenreuth/Ofr. (Exkursion K1 am 25. und K2 am 26. April 2003)

Groiss, Josef Theodor

Kurzfassung

Das Tethys-Meer hat sich gegen Ende des Oberjura völlig aus dem Gebiet der heutigen Frankenalb zurückgezogen. Bereits während der kimmerischen Phasen wurde der Nordteil des Tethys-Randmeeres angehoben. Die jüngsten dort abgelagerten Sedimente, gehören dem Unter Tithon an (Bronner Platten-Kalke bzw. -Dolomite ). Im unteren Teil des Obertithon (Obere Neuburger Bankkalke) setzte schließlich auch im S eine Verflachung des Meeres ein (Flachwasser-Faunen), worauf das Gebiet des heutigen südlichen Frankenjura zum Festland wird. Während der Kreide erfolgten letztendlich, einmal im Cenoman/Turon und dann im Coniac/Santon zwei Meeresingressionen von SE her, durch die Regensburger Straße. Vor allem der SE Teil der Frankenalb wurde dabei überflutet. Die Morphologie der damaligen Landschaft ist dadurch unter den kretazischen Sedimenten konserviert worden. Durch das weitere Aufsteigen der Albtafel im N wurde sie im S tiefer eingesenkt. An der Donau-Linie kam es zu einem Flexur-artigen Bruch (Versenkungsbeträge bei Rennertshofen etwa 120 m) weiter nach E werden die Versetzungsbeträge immer geringer). Durch das Absinken im Südteil des Frankenjura wurden dort die jüngeren jurassischen Schichten erhalten, während sie im N durch die Heraushebung abgetragen wurden. Höchstes Niveau im N: Untertithon, im S: unteres Obertithon. Dadurch sind im Vergleich zur Südalb im N etwa 300 m jurassischer Sedimente entweder nicht abgelagert oder bereits wieder abgetragen worden. Durch die Heraushebung sind alte Karstbildungen, die im Oberjura und während der Unterkreide bereits entstanden sind, teilweise bereits im Känozoikum abgetragen worden. Im S wurden sie dagegen durch die Sedimentüberdeckung und die Eintiefung konserviert. Bei der Heraushebung wurde die Albtafel leicht nach SE verkippt (1–3°).

Keywords

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