Field trip guide

Sandsteine des Keupers als Naturwerksteine in und um Nürnberg (Exkursion B am 22. April 2003)

Koch, Roman; Baier, Alfons; Lorenz, Heinz; Fritsch, Alexandra

Kurzfassung

Nürnberg verdankt seine Entststehung den politischen, militärischen Erwägungen des fränkischen Kaiers Heinrich III., der ab 1039 auf einem etwa 60 m hohen, steil zur Pegnitz abfallenden Felsen (dem heutigen Burgberg) einen Verwaltungssitz errichten ließ. Südlich des Burgfelsens wuchs noch im 11. Jahrhundert die salische Siedlung für die Bediensteten sowie für Handwerker und Kaufleute. Der damals auch erbaute „fünfeckige Turm“ und die Walpurgiskapelle, die beide aus Wendelsteiner Quarzit (hydrothermal verkieselter Burgsandstein; Dorn 1926, v. Gehlen 1956) im Gegensatz zum den übrigen Burganlagen aus Burgsandstein in normaler Ausbildung bestehen, sind die letzten erhaltenen Bauwerke dieser sogenannten Burggrafenburg. Die Stadtbefestigung wurde 1452 fertiggestellt und umgibt die historische Altstadt mit einer Länge von etwa 5 km. In der bis 1806 gültigen „Goldenen Bulle“, die 1356 von Kaiser Karl IV. erlassen wurde, sind neben den genauen Modalitäten zur Königswahl auch die Bestimmung festgelegt, daß jeder neugewählte Kaiser seinen ersten Reichstag in Nürnberg abzuhalten habe. Hiermit wurde Nürnberg neben Frankfurt und Aachen zur dritten Hauptstadt des Reiches. 1424 vetraute Kaiser Sigismund der Stadt Nürnberg sogar die Reichskleinodien (Krone, Reichsapfel, Zepter und Schwert) „auf ewige Zeiten“ zur Aufbewahrung an; sie werden heute in der Wiener Hofburg aufbewahrt. Im 14. Jh. gewann die Stadt parallel zu dem politischen Aufstieg u.a. durch Herstellung hochwertiger Waffen und Rüstungen zunehmend wirtschaftliche Bedeutung.

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