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Phreamagmatischer Lapilli- Aschentuff-Gang in den Sedimenten der Fossillagerstätte Sieblos Ein Hinweis zum Alter des Vulkanismus in der Rhön

Rothe, Peter; Martini, Erlend; Nesbor, Heinz-Dieter

Kurzfassung

Schon die frühen geologischen Arbeiten in der Rhön standen in vielen Fällen vor dem Problem, die vulkanischen Gesteine zeitlich einzuordnen. Das konnte damals nur gelingen, wenn Vulkanite im Verband mit Sedimentgesteinen angetroffen wurden, was vor allem in den Gebieten der Fall war, wo man nach Braunkohlen geschürft hatte. Da die Braunkohlen-Ablagerungen in den meisten Fällen jungtertiäre Fossilien enthielten und die Vulkanite überwiegend im Hangenden der Kohlen angetroffen werden, ergab sich ein relativ einheitliches Gesamtbild, nach dem der Rhön-Vulkanismus hauptsächlich dem Miozän zugeordnet werden konnte (Bücking 1916, Ehrenberg & Hickethier 1994a, 1994b). Unter den Tertiär-Sedimenten der Rhön, die im Wesentlichen aus Tonen, Sanden und kohligen Ablagerungen bestehen, in denen gelegentlich Kalke sowie Quarzite eingeschaltet sind (Martini et al. 1994), waren besonders die kohligen Sedimente Gegenstand von geologischen Untersuchungen. Hier bildete schon im 19. Jahrhundert die „Braunkohlen“-Lagerstätte von Sieblos eine Ausnahme, da Hassencamp bereits 1856 anhand von Fossilien erkannt hatte, dass diese Ablagerungen älter sein mussten als die vom Rande der Hohen Rhön, wo im Gegensatz zu Sieblos echte Braunkohlen vorliege. Nur wenig später hatte er durch einen Vergleich mit Tertiär-Ablagerungen von Magdeburg für Sieblos ein Unter-Oligozän-Alter wahrscheinlich machen können (Hassenkamp 1858). Diese Alterseinstufung hat sich auch durch die neueren Forschungen anhand einer Vielzahl von Fossilien bestätigt (Martini 1988, Martini & Rothe 1993, 1998). Die heute als Sieblos-Formation bezeichneten Sedimente werden von den basaltischen Vulkaniten der Wasserkuppe unmittelbar überlagert. Wenn nicht zusätzliche Hinweise zum Alter des Wasserkuppen-Vulkanismus vorlägen, könnte man diesen also nur als post-Unter-Oligozän einstufen. Mehr Klarheit haben dazu neuere physikalische Altersbestimmungen gebracht; sie sind allerdings bezüglich der Lokalitäten meist nicht näher spezifiziert. In Übersichten zum Alter des Rhön-Vulkanismus gibt Lippolt (1978, 1982) anhand von K-Ar-Datierungen einen Zeitraum von 25 bis 11 Ma, mit Schwerpunkt zwischen 22 und 18 Ma, an. Nur für die Nachläufer werden genauere Lokalitäten genannt: 14 Ma für den Lerchenküppel/Wasserkuppe und 11 Ma für den Rockenstein bei Oberweißenbrunn.

Keywords

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