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Sonst und Jetzt – Friedrich August Quenstedt und die Erdwissenschaften an der Universität Tübingen

Engelhardt, Wolf von

Kurzfassung

Im Sommersemester 1837, vor 165 Jahren, begann mit der Errichtung einer Professur für Mineralogie und Geognosie an der Universität Tübingen die Pflege der Erdwissenschaft als selbständige Naturwissenschaft, welche heute durch die Fachgebiete der Geowissenschaftlichen Fakultät vertreten wird (v. Engelhardt & Hölder 1977). Zuvor wurde Mineralogie, wie Chemie, Botanik und Zoologie von Professoren der Medizinischen Fakultät gelehrt; denn neben Pflanzen lieferten auch Mineralien wichtige Heilmittel und Giftstoffe und gehörten zum Bestand der Apotheken. Selbst Fossilien waren geschätzt und wurden in Apotheken zu heilenden Pulvern zermahlen. Als 1834 der Professor Gustav Schübler gestorben war, welcher als Mediziner Botanik und Mineralogie vertreten hatte, erwog man im Stuttgarter Ministerium für das Kirchen- und Schulwesen, sowohl für die Botanik als auch für die Mineralogie besondere Professuren einzurichten, und zudem die Mineralogie um das neue Fach Geognosie zu erweitern. Man folgte damit dem Vorbild der meisten europäischen Universitäten, an denen im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts Lehrstühle für dieses neue, dem heutigen Begriff Geologie entsprechende Fach eingerichtet worden waren. Vielleicht spielten bei der Stuttgarter Entscheidung praktisch-ökonomische Gesichtspunkte hinsichtlich der Auffindung der Lagerstätten von Kohlen und anderen Bodenschätzen eine Rolle.

Keywords

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