Field trip guide

Der Mittlere Keuper im Zenntal und in der Windsheimer Bucht (Exkursion D am 24. April 2003)

Schmidt-Kaler, Hermann

Kurzfassung

Die Sedimente der Trias wurden in einem großen Sedimentationsraum, dem sog. Germanischen Becken, abgelagert. Dieses war im N und O vom Festlandsblock des Fennoskandischen Schildes und der Osteuropäischen Tafel begrenzt. Im S schlossen sich das Vindelizisch-Böhmische Festland an und im W weitere festländische Massive. S des Vindelizischen Landes begann der ausgedehnte tiefere Ozean der Tethys, aus dem später das Alpengebirge entstand. Der Zugang zu diesem Ozean ging über verschiedene Meeresstraßen oder Pforten. So gelangten in der Muschelkalk -Zeit Meereswasser und Fauna vor allem durch die Burgundische Pforte nach N. Mit Beginn der oberen Trias, im Keuper, verlandete dieses Flachmeer zusehends. Die Wasserbedeckung wurde dabei so niedrig, dass schon eine geringfügige Absenkung des Wasserspiegels genügte, um Untiefen des Beckenbodens als schlammbedeckte Inseln und Landrücken auftauchen zu lassen. Umgekehrt konnte bei geringem Absinken des Beckenbodens oder bei starken episodischen Niederschlägen das flache Becken weithin von Wasser bedeckt werden. Die Keuperlandschaft hatte damit einen ausgesprochen amphibischen Charakter. Trockenrisse und Paläoböden mit Wurzelresten belegen das Auftauchen aus der Wasserbedeckung. Insgesamt halten sich Absenkung und Sedimentation die Waage (ausgeglichene Subsidenz).

Keywords

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