Field trip guide

Geotechnische Problemstellungen im Moseltal (Großrutschungen, Steinschlag, Tunnelbau) (Exkursion A am 13. April 2004)

Möbus, H.-Martin; Schroeder, Uwe

Kurzfassung

Der Untergrund des Exkursionsgebietes baut sich aus den unterdevonischen Hunsrückschiefern der Unterems-Stufe auf. Es handelt sich um milde, dünnplattige Ton- und Schluffsteine mit vereinzelten, dünnbankigen, quarzitischen Feinsandsteinlagen, die während der variszischen Gebirgsbildung im Karbon verfaltet, verschiefert und verschuppt wurden. Der Gesteinsverband, der tektonisch der Moselmulde angehört, ist stellenweise von chlorit- und pyritführenden, bis dm-mächtigen Milch- und Rauchquarzgängen penetriert. Etwa 10 km in NE Richtung brach zur Zeit des Rotliegend die NE-SW streichende Wittlicher Senke ein. Diese Grabenstruktur wurde mit terrestrischen Rotsedimenten und Vulkaniklastika gefüllt. Durch wechselnde tektonische Beanspruchung in der geologischen Vergangenheit wurde der Gebirgsverband zerblockt, gehoben und an Störungszonen tiefreichend aufgelockert. Vor allem während der Kreide- und Tertiär-Zeit formten erosive Kräfte eine Fast- ebene. Mit Beginn des Pleistozäns begann die Mosel verstärkt, sich in den in allmählicher Hebung befindlichen Gebirgsrumpf einzutiefen. Zusammen mit seinen Seitenbächen schuf der Strom die Grundzüge der heutigen Geländemorphologie und das Tal der Mittelmosel.

Keywords

HunsrückschieferTon- und SchluffsteinMoselmuldegermany