Original paper

Ein klufttektonisches Messprofil durch Deutschland Gesteinsmechanische Implikationen und ingenieurgeologische Aspekte Das PC-Programmset GEOSTRUKT

Siewert, W.

Kurzfassung

Messungen von Klüften im mesozoischen Deckgebirge entlang eines Messprofils zwischen dem Schwarzwaldrand S Donaueschingen und Göttingen im N ergaben ein prinzipiell einheitliches „Generelles Kluftsystem”, das aus 3 Paaren von diagonalen Hauptkluftscharen und weniger häufigen, ca. dem Gefüge-b parallel streichen (h0l-) Scharen sowie einem klaren, dem Gefüge-ac parallelen Kluftsatz besteht. Allerdings besteht zwischen den Regionalen Kluftsystemen (RK) aus Südeutschland und denen aus dem Nordteil des Profils ein grundlegender Unterschied: Während die RK im S NNW–SSE orientiert sind und damit senkrecht zu den Molassetrögen und den ostalpinen Faltenzügen, ist das Gefüge-ac der RK N Würzburg NW–SE ausgerichtet, parallel zu den variszischen Querbrüchen und den z.T. aktiven Verwerfungen vom Niederrhein. Im zweiten Teil der Arbeit werden Fragestellungen von ingenieurgeologischem Interesse, wie Kluftintensitäten, -abstände und Öffnungsweiten behandelt und die Berechnung von Gesteinsspannungen angesprochen. In diesem Kontext wird der Programmsatz „GEOSTRUKT” vorgestellt.

Abstract

Measurement of about 19300 joint planes in unfolded mesozoic, mainly middle triassic, strata along a line from the eastern margin of the Black Forest south of Donaueschingen to Göttingen (Lower Saxony) resulted in the identification of a principally uniform joint pattern, here called the General Joint System (GJS). The GJS is built up by three pairs of diagonal (hk0) main joint sets and less conspicuous planes intersecting in an axis striking at right angles to an ac set which is parallel to the plane of deformation according to SANDER’s system of kinematic axes.

Keywords

joint planesmesozoic coverorientationgermany