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Authigene Calcitkristallbildung im Höhlenlehm am Beispiel der Steinbruchhöhle Traub (7127/8), Aalen-Waldhausen, Ostalbkreis

Wisshak, M.; López Correa, M.

Kurzfassung

Die 97 m lange und 23 m tiefe Steinbruchhöhle Traub (7127/8) wurde während Abbauarbeiten im Schotterwerk Traub bei Aalen-Waldhausen (Härtsfeld, Ostalb) angeschnitten. Sie war in den Unteren Massenkalken (joMu) des Oberen Weißjura (ki3) angelegt und zeigte sowohl alte phreatische als auch junge vadose und inkasionsgeprägte Raumformen. Die Höhlensedimente enthalten authigene Calcitkristalle mit idiomorpher rhomboedrischer Tracht. Für deren Genese in und auf dem lockeren Höhlensediment wird eine Ausfällung aus diffundierenden, gering karbonat-übersättigten Lösungen in Folge von CO2-Abgabe an die Höhlenluft angenommen. Über die Eintiefungsstadien der Ur-Brenz ließe sich mit der Wangenhof-Stufe ein mittelmiozänes Mindestalter der phreatischen Höhlenentstehung eingrenzen. Mehrfache Sedimentationsphasen und das damit verbundene Ansteigen des Karstwasserspiegels lassen aber auch eine spätere Entstehung während der Oberen Süßwassermolasse oder der ebenfalls obermiozänen Talverfüllung durch Riesauswurfmassen möglich erscheinen. Die praktisch nie stattfindende oberirdische Entwässerung aus dem weiteren Umgebungsbereich der Höhle ist dem Einzugsgebiet der Egau zuzuordnen. Bezüglich des unterirdischen Karstwasserabflusses liegt die Höhle in einer Randposition zwischen dem Einzugsgebiet der Buchbrunnenquelle bei Dischingen, dem westlich anschließendem Einzugsgebiet der Weißen Kocherquelle bei Aalen-Unterkochen und dem SSW anschließenden Einzugsgebietes der Pfefferquelle in Königsbronn.

Keywords

authigenic calcitecave sedimentssteinbruchhöhleaalensouthern germany