Field trip guide

Oberflächennahe mineralische Rohstoffe im oberen Jagsttal zwischen Crailsheim und Ellwangen (Württembergisch Franken) (Exkursion I am 1. April 2005)

Bock, Helmut; Werner, Wolfgang

Kurzfassung

Mineralische Rohstoffe in Baden-Württemberg und ihre wirtschaftliche Bedeutung Das Land Baden-Württemberg erstreckt sich über eine Fläche von rund 36.000 km2. Aufgrund seiner wechselhaften geologisch-tektonischen Entwicklungsgeschichte ist eine große Vielfalt von Gesteinsrohstoffen in Oberflächenähe anzutreffen. Die ältesten rohstoffwirtschaftlich bedeutsamen Gesteine sind in den Grundgebirgen von Schwarzwald und Odenwald verbreitet, die jüngsten im Oberrheingraben und im eiszeitlich geprägten Alpenvorland. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind auch die mesozoischen Sedimente des Schichtstufenlands im Kraichgau, Neckarraum und der Schwäbischen Alb aus Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper, Schwarzem, Braunem und Weißem Jura. In Baden-Württemberg werden derzeit folgende mineralische Rohstoffe im Tagebau gewonnen: Kiese und Sande, Kalksteine, Kalkmergelsteine, Travertine bzw. Sinterkalksteine, Lehme und Tone, Tonsteine sowie „Ölschiefer“ (bituminöser Tonmergelstein ), Sandsteine, Gips- und Anhydritstein sowie geringe Mengen Torf; dazu werden Grundgebirgsgesteine wie Ortho- und Paragneise, Gneisanatexite, Granite, Quarzporphyr sowie Phonolith als Massenrohstoffe abgebaut. Im untertägigen Bergbau werden außerdem Steinsalz, Schwerspat und Flussspat sowie geringe Mengen an „Silberspat“ (fahlerzreicher Schwerspat) gewonnen. In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich über 800 Mio. t an Steine-Erden-Rohstoffen gefördert. Baden-Württemberg steht mit einer Jahresförderung an den zuvor genannten mineralischen Rohstoffen von 100–106 Mio. t im bundesweiten Vergleich an dritter Stelle hinter Bayern und Nordrhein-Westfalen (mit je 140–150 Mio. t).

Keywords

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