Field trip guide

Die eisenhaltigen Kohlensäuerlinge von Bad Schwalbach (Exkursion A am 10. April 2007)

Stengel-Rutkowski, Witigo

Kurzfassung

Der Westtaunus, das Gebiet zwischen Rhein und Aar, Lahn und Wisper ist besonders reich an frei austretendem Kohlensäuregas und an im Grundwasser gelöster gasförmiger Kohlensäure, an Säuerlingen. Ihre Zusammensetzung ist weithin gleich. Der Gehalt an gasförmiger Kohlensäure liegt um 2 g/l. Eine auffällige Häufung von Säuerlingen findet man in Langenschwalbach, seit 1927 Bad Schwalbach. Möglicherweise kannten schon die Römer den Wert der Säuerlinge für die Gesundheit, weil sie in mehreren Fällen unmittelbar hinter dem Limes und seiner Kastelle liegen (z. B. Marienfels, Holzhausen und Bad Schwalbach). Mit dem Aufblühen der Naturwissenschaften in der Renaissance wurden die bei der ländlichen Bevölkerung jedenfalls schon lange bekannten Säuerlinge für die Welt entdeckt. Bahnbrechend wurde das im Jahr 1581 erschienene Werk „Neuwe Wasserschatz“ des südpfälzischen Arztes Jacob Theodor (1515–1590), aus Bergzabern, genannt Tabernaemontanus, der darin vor allem den Weinbrunnen beschrieb und seine Wirkung insbesondere auf die Verdauung über alle Maßen lobte. Im Tal des Schwalbaches (= wallender Bach, entgegen herrschender Meinung nicht von Schwalben abzuleiten) und in seinen beiden Quelltälern Menzebach (man warf zu Dank für Gesundung Münzen in den Bach) und Rötelbach (vom Eisenocker, der um die Austritte der Säuerlinge angereichert ist) treten zahlreiche Säuerlinge, aber auch Mofetten aus.

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