Field trip guide

Rezente und fossile Mineral- und Thermalwasseraustritte am Taunusrand (Exkursion D am 12 April 2007)

Kirnbauer, Thomas

Kurzfassung

Der Oberrheingraben ist mit einer Länge von über 300 km und einer Breite von 30–40 km ein bedeutendes Teilstück eines intrakontinentalen, känozoischen Riftsystems, das sich – über 1000 km lang – vom Mittelmeer bis zur Nordsee zieht. Wie die Auswertungen seismischer Ereignisse und geodätischer Daten zeigen, ist die Taphrogenese des Oberrheingrabens, dessen initiales Rifting-Stadium im Oberen Eozän lag, noch nicht zu Ende gekommen. Durch die Kontinent-Kontinent -Kollision zwischen Afrika und Europa wird eine nach N bis NW gerichtete, horizontale Spannung auf die mitteleuropäische Kruste ausgeübt, so dass der Oberrheingraben heute einer sinistralen Transtension unterliegt. Zumindest im nördlichen Teil des Grabens scheinen Subsidenz im Graben und benachbarter Aufstieg (Uplift) der Grabenschultern voranzuschreiten. Von zahlreichen Stellen, vor allem von den Rändern des Grabens, sind natürliche Mineral- und Thermalwasseraustritte bekannt, die häufig seit vielen Jahrhunderten genutzt werden, doch auch in vielen Bohrungen wurden höher temperierte und/oder mineralisierte Wässer angetroffen. Seit einigen Jahren werden solche hydrothermalen Fluide auch im Rahmen des Hot-Dry-Rock-Projekts in Soultz-sous-Forêts erforscht und geothermal genutzt.

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