Field trip guide

Paläogeographie und Tektonik des autochthonen Lahngebietes (Exkursion C am 12. April 2007)

Franke, Wolfgang

Kurzfassung

Das Lahngebiet im Südteil des rechtsrheinischen Schiefergebirges wurde früher als Lahn-„Mulde“ aufgefasst, die von der Dill-„Mulde“ im Nordwesten durch einen Hörre-„Sattel“ getrennt wird. Dieses Konzept beruht auf der überholten Einstufung der Hörre-Gesteine in das Silur. Tatsächlich ist die Hörre-Zone der nordwestliche Teil einer tektonischen Decke (Hörre/Gießen-Decke), die ursprünglich weite Teile des südöstlichen Schiefergebirges bedeckt hat. Lahn- und Dill-Gebiet sind also Teile eines zusammenhängenden Ablagerungsraumes. Das Lahn/Dill-Gebiet ist während der variscischen Orogenese intensiv verfaltet und verschuppt worden, jedoch gegenüber der tieferen Kruste viel weniger weit verfrachtet worden als die darüberliegenden Decken (Hessische Schieferserie, Paläozoikum der Lindener Mark, Hörre-Zone, Gießener Grauwacke). Die Gießener Decke war bereits Gegenstand einer Exkursion des Oberrheinischen Geologischen Vereins.

Keywords

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