Field trip guide

Das Neogen in der nordöstlichen Umrandung des Taunus (Exkursion I am 13. April 2007)

Prinz-Grimm, Peter

Kurzfassung

An seinem nordöstlichen Rand geht der waldbestandene Taunus und von ihm in auffallender Weise die topographisch herausragende Taunuskamm-Einheit in die flachwellige, überwiegend landwirtschaftlich genutzte Landschaft der Wetterau über. Für die deutliche aber nicht scharfe Abgrenzung sind die Taunus-Südrandstörung und rheinische Störungen aus der nördlichen Verlängerung des Oberrheingrabens verantwortlich. Der Aufstieg mineralisierten Grundwassers, besonders entlang der Taunus-Südrandstörung, wird an den zahlreichen Heilbädern und Quellorten offensichtlich. Weitere Mineralquellen in der streichenden Verlängerung nach Nordosten, wie z.B. Bad Salzhausen im südwestlichen Vogelsberg, unterstreichen die Fortsetzung der tektonischen Strukturen auch jenseits des Taunusabbruchs. Die morphologische Unschärfe dieser deutlichen tektonischen Grenze beruht hauptsächlich auf mächtigen, syntektonisch akkumulierten Schuttfahnen, die sich vom jüngeren Paläogen bis in das Neogen am Mittelgebirgsrand ablagerten. Das angelieferte Material aus dem sich hebenden Taunus besteht überwiegend aus Quarzit und Quarzkieseln, wobei die Korngrößen von groben Geröllen bis hin zu Schluff naturgemäß vom proximalen Taunusrand zum distalen Süden der Wetterau-Senke abnehmen. Die neogenen Lockersedimente werden als Baustoff in verschiedenen Gruben bei entsprechend rasch wechselnden Aufschlussverhältnissen abgebaut.

Keywords

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