Field trip guide

Strukturwandel im Ruhrgebiet (Exkursion K am 28. März 2008)

Noll, Hans-Peter

Kurzfassung

Das Ruhrgebiet ist der größte Verdichtungsraum Deutschlands und – nach Paris und London – der drittgrößte innerhalb der Europäischen Union. Die Region erstreckt sich über eine Fläche von ca. 4.400 km2. Die größte Ausdehnung beträgt von Osten nach Westen 116 km und von Norden nach Süden rd. 67 km. Insgesamt liegen im Ruhrgebiet 53 selbstständige Gemeinden mit 5,4 Mio. Einwohnern. Das Ruhrgebiet war bis zu Beginn der Industrialisierung 1840 ländlich geprägt. Die rund 230.000 Bewohner dieser Region lebten zumeist von der Land- und Forstwirtschaft und vom Handel. Lediglich am Südrand der Region, im Flusstal der Ruhr, wo das Karbon an der Tagesoberfläche ansteht, gab es seit dem Mittelalter in kleinerem Umfang Steinkohlenbergbau (Bronny et al. 2002). Mit der Industrialisierung und der Entwicklung des Bergbaus wuchs die Bevölkerung des Ruhrgebietes auf bis zu 5,7 Millionen Einwohnern (1966) an. Die schnell wachsenden Städte wuchsen zusammen und aus der bis dahin ländlichen Region wurde das größte Industriegebiet Deutschlands. Das „Schwarze Gold“, die Steinkohle, war Basis für Wohlstand und Wachstum dieser Region. So gab es im Jahre 1960 im Ruhrgebiet 146 Bergwerke mit 600.000 Beschäftigten. Heute, 47 Jahre später, gibt es noch 7 Verbundbergwerke und rd. 34.000 Beschäftigte im Bergbau. Durch die schwierigen Lagerstättenverhältnisse (heute wird Bergbau in Teufen von 800–1.500 m betrieben) und durch die zunehmende Substituierung der Steinkohle durch Gas und Erdöl in den 70er-Jahren, entstand ein ausgesprochen großer Anpassungs- und Konzentrationsdruck auf den Steinkohlenbergbau und deutsche Steinkohle war am Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig. Diese Entwicklung hatte natürlich für das Ruhrgebiet vielfältige Auswirkungen . „Krisenbewältigung durch Attraktivitätssteigerung“ wurde zum Schlagwort.

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