Field trip guide

Karbonaufschlüsse bei Essen (Exkursion B am 25. März 2008)

Brix, Manfred R.

Kurzfassung

Das Ruhrgebiet als industriell geprägter Wirtschaftsraum verdankt seine Entstehung dem Vorkommen von Kohle führenden Schichten. Diese wurden während der Oberkarbon-Zeit vor etwa 325–300 Millionen Jahren in einer langgestreckten Senke am Nordrand des variskischen Gebirges abgelagert, das damals gerade herausgehoben wurde. Die Vorsenke nahm den Abtragungsschutt des Gebirges auf und sank unter dieser Last weiter ab. Dabei können je nach dem Verhältnis von Absenkungsrate und Ablagerungsrate zwei Ablagerungsmilieus unterschieden werden. Wenn die Ablagerungsrate deutlich geringer ist als die Absenkungsrate, werden hauptsächlich Tiefwasserablagerungen in Flyschfazies gebildet. Dazu zählen im Ruhrgebiet viele Ablagerungen des tieferen Oberkarbons, des Flözleeren. Ist die Ablagerungsrate aber etwa gleich der Absenkungsrate, wird die Senke mehr oder weniger aufgefüllt und es entstehen terrestrische oder flachmarine Ablagerungen in Molassefazies. Dieses Milieu ist die Voraussetzung für die Bildung von Küstensümpfen. Daraus können später Kohleflöze entstehen, wie sie typisch für den höheren Abschnitt des Oberkarbons, das Flözführende oder Produktive Oberkarbon, im Ruhrgebiet sind. Im Laufe der variskischen Gebirgsbildung wanderte die Grenze des gefalteten Bereiches gegen das nicht verformte Vorland nach Norden. Dadurch wurden schließlich auch die Ablagerungen in der ehemaligen Vorsenke selbst verformt.

Keywords

ruhrgebietgermanyupper carbonvariscic mountain belt