Field trip guide

Die Molassezone von Salzburg und Oberösterreich (Exkursion D am 16. April 2009)

Rupp, Christian

Kurzfassung

Die Molassezone, ein asymmetrisches Vorlandbecken zwischen dem Kristallin der Böhmischen Masse im Norden und den Alpen im Süden, entstand durch die nordgerichtete Aufschiebung der Alpen auf die Europäische Platte (Tollmann 1986). Bereits im Obereozän durch die turbititischen, von Süden nach Norden geschütteten Sedimente der Katzenloch-Schichten (Hagn 1978) angekündigt, wird sie vor allem aus Sedimenten des Oligozäns und Miozäns aufgebaut. Der heutige Molasseuntergrund, aufgebaut aus kristallinen Gesteinen, wenigen, vermutlich paläozoischen Resten und Sedimenten des autochthonen Mesozoikums (Jura, Kreide), war im älteren Paläogen einer längeren Erosionsphase ausgesetzt . Im Obereozän stieß das Meer aus dem Bereich der Tethys wieder nach Norden vor. Während südlich der Zentralschwelle Nummulitensandstein, Discocyclinenmergel etc. in die Sedimente des tiefen Beckens (Globigerinen-Mergel) überleiten, wurden nördlich der Zentralschwelle küstennahe Lagunensedimente (Cerithien-Schichten, Sandsteinstufe, Lithothamnienkalk) abgelagert (Wagner 1998, Rasser et al. 1999). Die tektonische Entwicklung (Pyrenäische Phase), aber auch der klimatische Wandel an der Wende Eozän/Oligozän (deutliche Abkühlung der Oberflächenwässer der Ozeane, polare Vereisung; Zachos et al. 2001), veränderten die paläogeographische und paläoökologische Situation grundlegend. Im Unteroligozän (Kiscellium) begann die eigentliche Entwicklung der Molasse als ein marines Becken mit der eigenständigen Faunen- und Florenentwicklung der Paratethys (Dohmann 1991). Nördlich der Alpenfront war in relativ kurzer Zeit ein tiefes, teilweise isoliertes Becken mit kaltem (borealem) Tiefenwasser und warmem (mediterranem) Oberflächenwasser, entstanden.