Field trip guide

Die polymetallische Lagerstätte Leogang/ Bundesland Salzburg (Exkursion K am 17. April 2009)

Paar, Werner H.; Steyrer, Hans Peter

Kurzfassung

Südlich der Ortschaft Hütten, ca. 10 km westlich von Saalfelden, liegt der Schwarzleograben, an dessen nördlichen und südlichen Abhängen sich die Reste eines zum Teil uralten und berühmten Bergbaues auf Kupfer, Blei, Silber, Kobalt, Nickel und Quecksilber befinden. In den Wäldern versteckte, vielfach überwachsene Halden und zum größten Teil schon längst verbrochene Stollenmundlöcher sind die letzten Zeugen einer einst regen und blühenden Bergbautätigkeit. Bergbaureviere Schwarzleo, Vogelhalte und Nöckelberg Der bekannteste und größte Bergbau war jener zu „Schwarzleo“ im Schwarzleograben, der seinerzeit durch ca. 8 bis 10 noch namentlich bekannte Stolleneinbauten erschlossen wurde. Von größerer Bedeutung waren hier der in ca. 1020 m Seehöhe in der Talsohle befindliche Erasmus- und Johannesstollen und der etwas höher gelegene Barbaraund Danielstollen. Sämtliche Stollen wurden im 14. und 15. Jahrhundert mittels Schrämmarbeit angelegt bzw. vorangetrieben, wie sie zum Teil im noch befahrbaren Daniel- und Barbararevier erhalten ist. Ebenso höheres Alter besitzt der heute noch teilweise zugängliche, an der unteren orographisch linken Talflanke gelegene Quecksilberschurfbau „Vogelhalte“ in 1150 m SH. Die wichtigsten Stolleneinbauten waren der Johannes- und Thomasstollen, die jedoch seit mehr als 100 Jahren weitgehend verbrochen sind. Etwas höher, in 1200 m bis 1350 m, liegt im Bereich der Waldgrenze der Bergbau „Nöckelberg“. Der besonders im 19. Jahrhundert betriebene Bergbau war durch mindestens 12 Stollenanlagen erschlossen, wobei der Ottenthaler Stollen und der dazugehörige Unterhaustollen als Förderstollen die bedeutendsten waren. Bedauerlicherweise sind heute alle Stollen verbrochen, jedoch zeugen große unbewachsene Halden mit Erzrücklässen und verwachsene Gebäudefundamente von Knappenhäusern von intensiver Bergbautätigkeit. Betriebsperiode 15. Jahrhundert bis 1833 Bereits in vorgeschichtlicher Zeit gab es, wie Bronze-, Steinschlägel- und Schlackenfunde beweisen, einen Bergbau im Leoganger Raum. Belegbar ist die Bergbautätigkeit im Schwarzleotal bei Hütten erst im 15. Jahrhundert, als 1425 Erzbischof Eberhard III von namentlich nicht bekannten Gewerken gebeten wurde, er möge gestatten, dass die Erze nach Schladming geführt werden, wo damals ein bedeutendes Silberbergwerk mit einer Schmelzhütte stand.