Field trip guide

Geologie des Gaisbergs und seiner Umgebung (Salzburg) (Exkursion B am 14. April 2009)

Steyrer, Peter

Kurzfassung

Die geologischen Einheiten Salzburgs sind in der Übersichtskarte dargestellt. Der nördliche Teil des Gebietes wird von der Molassezone eingenommen, einer Abfolge von Tonen, Sanden und Kiesen, die zur Zeit des Tertiärs in einem Becken vor den Alpen abgelagert wurden. Die südlich anschließende Einheit des Helvetikums ist älter und wurde bereits während der Kreidezeit auf dem damaligen Schelf des europäischen Kontinentalrandes abgelagert. Die Gesteine der Flyschzone entstammen dagegen einem tiefen, ursprünglich relativ breiten Ozeanbecken, das sich in der Kreidezeit am Nordrand der in Entstehung befindlichen Alpen gebildet hatte. Die Flyschzone besteht vorwiegend aus gebankten Sandsteinen mit Zwischenlagen aus Mergel- und Tonsteinen. Die Ablagerungszeit erstreckt sich von der Mittleren Kreide bis ins Alttertiär (ca. 100 bis 40 Millionen Jahre). Noch älter sind die Karbonatgesteine der Nördlichen Kalkalpen (Kalksteine und Dolomite), deren Hauptmasse schon in der Trias und im Jura auf einem sehr breiten, tropischen Kontinentalschelf gebildet wurde. Vor allem in der Mittel und Obertrias, vor ca. 240 bis 200 Millionen Jahren, entstanden mächtige Korallen- und Algenriffe, mit seichten Lagunen und steilen Abbrüchen zum offenen Meer. Die Grauwackenzone am Südrand der Kalkalpen besteht aus Gesteinen des Paläozoikums, die das alte Grundgebirge der mesozoischen Sedimente der Kalkalpen bildeten. Sie umfasst gering metamorphe, ehemals sedimentäre und vulkanische Gesteinsabfolgen. Durch die alpidische Gebirgsbildung wurden die Kalkalpen ab der Mittleren Kreide gemeinsam mit der unterlagernden Grauwackenzone über hunderte Kilometer nach Norden transportiert. Sie liegen heute als „ostalpine“ tektonische Decken über den tieferen Einheiten des Penninikums, dem z. B. die Flyschzone angehört. Dieses Penninikum erscheint aber nicht nur am Nordrand der Alpen (Flyschzone), sondern auch in „Fenstern“ in den Hohen Tauern, wo die ostalpinen Decken bereits durch tektonische Prozesse ausgedünnt und durch die Oberflächenerosion entfernt worden sind, wodurch der Blick auf den tektonischen Untergrund frei wurde.