Field trip guide

Bau- und Dekorationssteine der Bundeshäuser in Bern (Exkursion A am 6. April 2010)

Labhart, Toni

Kurzfassung

In der 2. Hälfte des 19. Jh. sind in Bern innerhalb von 50 Jahren drei Bundeshäuser gebaut worden: Das Bundeshaus West, erbaut 1852–1857, das Bundeshaus Ost (Bau 1888–1892) und das Parlamentsgebäude (Bau 1894–1902). Der mächtige Baukomplex dominiert die Südflanke der Oberen Altstadt Berns. Trotzdem fügt er sich organisch in das Bild der Stadt ein, welche seit 1983 in der Welt-Kulturerbeliste der UNESCO enthalten ist. Die Wahl Berns zur Bundesstadt im Jahr 1848 löste eine intensive Bautätigkeit aus. Nachdem man Jahrhunderte lang mit einheimischem Stein gebaut hatte, ermöglichte der Anschluss der Stadt an das schweizerische Eisenbahnnetz 1860 den Zugriff auf auswärtige Steinsorten. Davon machten die Baumeister des Historismus und des Jugendstils regen Gebrauch. So weisen denn die in der 2. Hälfte des 19. Jh. in Bern erstellten Gebäude eine für die Schweiz einzigartige Vielfalt an Bau- und Dekorationssteinen auf. Allein an den drei Bundeshäusern und den Bauten ihrer näheren Umgebung sind uns Schweizer Gesteine von rund 50 Gewinnungsstellen in 17 Kantonen bekannt. Dazu kommen 10–12 ausländische Steinsorten, meist für außergewöhnliche Objekte. Den Höhepunkt bildet zweifellos das Parlamentsgebäude, dessen Interieur bewusst als nationale Gesteinsschau gestaltet worden ist.

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