Field trip guide

Archäologisches Museum Laténium, Neuchâtel (Exkursion H am 10. April 2010)

Preusser, Frank

Kurzfassung

Kurz nach dem Abschmelzen der alpinen Gletscher, vor etwa 17500 Jahren, wanderten erste Menschengruppen in das Gebiet der heutigen Schweiz ein. Diese Jäger- und Sammlergemeinschaften lebten unter sehr harten klimatischen Bedingungen, in einer Steppenlandschaft mit alpiner Vegetation. Wichtige Fundstellen dieser Besiedlung während des Spätglazials finden sich am Nordende des Neuenburger Sees bei Champréveyres und Monruz (Cattin 2009). Aber auch Funde mesolithischer Kulturen (10. bis 5. Jahrtausend v. Chr.; Mauvilly 2009) und Megalithanlagen (5. bis 3. Jahrtausend v. Chr.; Wüthrich 2009) sind aus der Region um den Neuenburger See bekannt. Weltberühmt ist die Westschweiz für ihre Seeufersiedlungen (Pfahlbauten), von denen zahlreiche in den Uferzonen des Bielersees, Murtensees und Neuenburger Sees gefunden wurden (Hafner 2009). Diese Funde reichen vom Neolithikum bis in die späte Bronzezeit (4300–700 v. Chr.). Namengebend für die jüngere Eisenzeit (5. bis 1. Jahrhundert v. Chr.), während derer sich die keltische Kultur in Europa entwickelte, ist die Grabung bei La Tène, am Ausfluss der Zihl aus dem Neuenburger See gelegen (Kaenel & Reginelli Servais 2009). Aber auch die Römer haben in ihrer ehemaligen Provinz Helvetien zahlreiche Spuren hinterlassen (Flutsch 2009). Einen Überblick über den reichhaltigen Schatz an archäologischen Funden bietet das im Jahre 2001 eröffnete Laténium (Archäologiepark und -museum) in Neuenburg, welches im Rahmen der Exkursion besucht wird. Für das Museum und den dazugehörigen Archäologiepark wird eine fachkundige Führung organisiert.

Keywords

archaeological museumneuchatelswitzerlandcultural development