Field trip guide

Quartärgeologie des Rheingletschergebiets (Exkursion I am 29. April 2011)

Ellwanger, Dietrich; Kimmig, Birgit; Simon, Theo; Wielandt-Schuster, Ulrike

Kurzfassung

Ziel dieser Exkursion ist es, aktuelle Entwicklungen der Quartärgeologie im baden-württembergischen Alpenvorland zur Diskussion zu stellen. Im Fokus stehen fluviale und subglaziale Erosions- und Akkumulationssysteme. Exkursionspunkte sind Gewinnungsstellen für Kies und Ziegeleirohstoffe sowie eiszeitliche Landschaftsformen. Die Exkursion beginnt und endet in Ulm, das alle zur Donau gerichteten Schmelzwässer des Bodensee-Rheingletschers und des Feldberggletschers passieren müssen. Sie führt zunächst durch die periglazialen Donaurinnen vorbei an Blaubeuren zum Schmiecher See bei Ehingen, wo Fragen der Genese der Donaurinnen und der Karst- und Höhlensysteme der Schwäbischen Alb aufgeworfen und diskutiert werden. Weiter donauaufwärts an den Altendmoränen des Rheingletschers am Bussen werden die eisrandnahen Sedimente der vorletzten Eiszeit (Riß) in Augenschein genommen und der hier erbohrte Till (Gletschersediment) einer drittletzten großen Vergletscherung diskutiert. Innerhalb der Endmoränen bei Unlingen sind glaziotektonische Stauchungsstrukturen der Rißeiszeit aufgeschlossen, unter denen sich stellenweise noch Schotter aus Oberjura und Schwarzwald befinden, die von einer „vorrißeiszeitlichen “ Donau abgelagert wurden. Erneut unmittelbar innerhalb des Riß-Endmoränenwalls sind bei Krauchenwies mehrere Aufschotterungs-Sequenzen der Schmelzwasserschotter, glaziotektonische Stauchungen, Gänge und Lagergänge sowie subglaziale Deformation im Luv und Lee eines Drumlins aufgeschlossen. Dazu Delta-Foresets und Bottomsets, die bereits den Übergang in die Landschaft der subglazial übertieften Becken ankündigen. Die Landschaft der übertieften Becken beginnt im Gebiet der Äußeren Jungendmoräne und der Rhein-Donau-Wasserscheide.

Keywords

KarstSchwäbische AlbRißeiszeitEndmoräneTillgermany