Field trip guide

Heimische Naturwerksteine für das Ulmer Münster (Exkursion B am 26. April 2011)

Werner, Wolfgang; Helm-Rommel, Ingrid

Kurzfassung

Das Ulmer Münster gehört zu den bedeutendsten Großkirchen Europas. Nach der Grundsteinlegung 1377 wurde es über einen Zeitraum von rund 500 Jahren unter Verwendung von verschiedenen heimischen Natursteinen und von Ziegelsteinen erbaut. Naturstein ist vor allem an den besonders auffälligen und exponierten Teilen des Bauwerks, so an Türmen, Fialen, Brüstungen, Portalen und Strebewerken zu finden. Bei den denkmalpflegerischen Arbeiten an diesem monumentalen spätgotischen Kirchenbau spielt daher die Erhaltung des Natursteins eine besonders wichtige Rolle. Teile der Außenmauern wurden aus Ziegelmauerwerk errichtet. Seit dem Mittelalter sind die Baumaterialien oftmals extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt; Frost und schwefelhaltige Niederschläge des „sauren Regens“ haben besonders den Sandsteinen stark zugesetzt. Konservierungsmaßnahmen z. B. mit Entsalzungskompressen, Restaurierungsmörtel oder Kieselsäureester können nur bei mäßig geschädigten, nicht tragenden und nicht absturzgefährdeten Teilen am Turm eingesetzt werden. Stärker geschädigte Teile müssen durch neues, hoch qualitatives Gestein ersetzt werden, wobei aus denkmalpflegerischen, bauphysikalischen und auch optischen Gründen möglichst Originalmaterial Verwendung findet. Die heimischen Lagerstätten bieten ausreichend Vorräte an sehr guten Naturwerksteinen, vor allem auch an Sandsteinen, jedoch ist die Bereitstellung von Originalmaterial aufgrund der zwischenzeitlich geringen Zahl der in Betrieb befindlichen Werksteinbrüche in Süddeutschland eine schwierige Aufgabe.

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