Field trip guide

Geologie und Landschaftsentwicklung der Greifswalder Oie (Exkursion D am 12. April 2012)

Obst, Karsten; Ansorge, Jörg

Kurzfassung

Die Greifswalder Oie ist eine nur ca. 0, 6 km2 große Insel in der südlichen Ostsee. Sie liegt im Ausgangsbereich des Greifswalder Boddens zur Pommerschen Bucht. Der Peenemünder Haken (Usedom) im SW ist ca. 10, 5 km entfernt; das Südperd (Halbinsel Thiessow/Rügen) im NW befindet sich in etwa 12, 5 km Entfernung. Die Insel hat eine unregelmäßige Form mit einem größeren, rundlichen Teil im NE und einem daran anschließenden etwas schmaleren, dafür aber langgestreckten Gebiet im SW. Ihre Längserstreckung in Richtung NE–SW beträgt ca. 1. 550 m und ihre maximale Breite 570 m. Im SW schließt sich das Oier Riff an, eine mit großen Findlingen besetzte, etwa 3 km lange und 300 bis 600 m breite submarine Fortsetzung (Erosionsrest) der Insel. Die Exkursion führt u.a. zu den instruktivsten Aufschlüsse die sich im SE der Insel befinden. Die sehr gut aufgeschlossene pleistozäne Schichtenfolge ist durch eine ungewöhnliche Vielzahl eingelagerter präpleistozäner Schollen sowie mannigfaltige syn- bis postsedimentäre Deformationsformen (Belastungsmarken, Verfältelungen, diapirartige Injektionen, Schuppen, Falten, Scherbahnen etc.) auf engstem Raum charakterisiert. Die älteren, kretazischen und tertiären Ablagerungen stammen ursprünglich von der östlich der Insel gelegenen Antiklinalstruktur des Pommerisch-Kujawischen Walls. Sie belegen eine abwechslungsreiche geologische und tektonische Entwicklung im Bereich der Pommerschen Bucht.

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