Field trip guide

Das Jungquartär im Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns – glaziale Morphologie, Gewässernetzentwicklung und holozäne Landnutzungsgeschichte (Exkursion G am 13. April 2012)

Börner, Andreas; Janke, Wolfgang; Lorenz, Sebastian; Pisarska-Jamroży, Małgorzata; Rother, Henrik

Kurzfassung

Die Exkursion führt von der Hansestadt Greifswald bis in das zentrale Mecklenburg-Vorpommern vollständig im Jungmoränengebiet des Weichsel-Glazials. Aufgrund der Lagerungsverhältnisse und z. T. auch nach dem Kleingeschiebeinhalt können hier drei weichselhochglaziale Grundmoränen unterschieden werden (W1 = Brandenburg/Frankfurt-Phase, W2 = Pommern-Phase, W3 = Mecklenburg-Phase; vgl. Müller 2004a, Bremer 2000). Das wichtigste Gliederungselement dieser durch verschiedene jungpleistozäne Eisvorstöße geprägten Landschaft sind Eisrandlagen, für deren Definition jedoch rein morphologische Kriterien nicht ausreichen, sondern u. a. auch Sander mit nachweisbarem Gefälle und abnehmender Korngröße dazugehören. Aus der räumlichen Anordnung der Eisrandlagen des Weichsel-Hochglazials in Mecklenburg-Vorpommern ergibt sich eine zeitliche Abfolge mit einem von SW nach NE abnehmenden Alter. Das morphologisch herausragendste Element ist die in Loben gegliederte Pommersche Haupteisrandlage (W2 = Pommern-Phase, ca. 17600 a BP), die im südlichen Abschnitt der Tour bei Vollrathsruhe und Krakow gequert wird. Die zugehörige Grundmoräne ist in ihrem Rückland bis auf Rinnen- und Beckenareale flächenhaft und auch in größeren Mächtigkeiten verbreitet. Die jungglaziale Landschaft der Mecklenburgischen Schweiz mit den eindrucksvollen Oberflächenstrukturen verdankt ihre Entstehung insbesondere zwei weichselzeitlichen Gletschern, dem Pommerschen und dem Mecklenburger Vorstoß. Die Schuttmassen einer riesigen Kerbstauchmoräne (W) reichten weit ins Hinterland bis an die Retzow-Gülitzer Höhen. Der so entstandene Höhenzug bildet den Grundstock der Mecklenburgischen Schweiz. An der Geländeoberfläche des Moränenkomplexes befindet sich hauptsächlich Geschiebemergel. Die exponierte Lage der Mecklenburgischen Schweiz bietet mit ihren vielen Kuppen und Höhenrücken zahlreiche Aussichtspunkte auf die Malchiner Seenrinne und die umliegende kuppige Stauchmoränenlandschaft.

Keywords

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