Original paper

Das ST-Verfahren. Ein quantitatives Verfahren zur Bestimmung der Environment-Wahrscheinlichkeit

[The ST-Parameter Quantitative Analysis of Environment-Probabilities]

Smolka, Peter Paul

Kurzfassung

Die Bestimmung des sedimentären Environments von Sanden und Sandsteinen aus deren Kornverteilung ist ein Problem, das (fast) so alt wie die Sedimentgeologie ist. Neuere Entwicklungen tendieren z.T. u.a. dahin, Kornkurven durch zuweilen recht komplexe Formalismen gut zu beschreiben. Das eigentliche Ziel, der Transfer von einem Formalismus zurück zum Environment wird hierbei jedoch oft aus den Augen verloren oder auf zukünftige Ergebnisse vertagt. Es wird auch gezeigt, daß die doch recht unterschiedlichen Erfolge der Bemühungen der vergangenen Jahre darauf zurückzuführen sind, daß einige geologische Zusammenhänge durch die angewandten Methoden nicht beachtet wurden. Insbesondere sind reale geologische Kornverteilungen nicht eine einzige Kornverteilung sondern i.d.R. aus zwei bis vier Teilverteilungen (Bodenfracht, rollend/springend, Suspension) zusammengesetzt, die jede für sich durch deterministische Prozesse und durch mit deterministischen Verfahren i.d.R. nicht erfasste Prozesse bestimmt werden. Der unterschiedliche Erfolg der Bemühungen der Vergangenheit ist darauf zurückzuführen, daß Parameter, die für eine einzige Verteilung gedacht sind, für Mehrverteilungssysteme angewandt wurden. Es wird ein Verfahren vorgestellt, daß diese Zusammenhänge berücksichtigt und auch kontinuierliche Übergänge zwischen Environments erfassen kann. Das ST-Verfahren wird seit 1984 für Proben aus der ganzen Welt erfolgreich angewandt. Es ermöglicht auch die Weiterverarbeitung der Ergebnisse der Einzelproben zu Logs und Plänen der Environmentwahrscheinlichkeit.

Abstract

Ever since the existence of sedimentology, workers tried to interpret siliciclastic sedimentary environments from grainsize-curves. Recent developments however show, that the crucial question - the transfer from the grainsize curve to the environment left the focus of attention paralleling the intrusion of mathematics into sedimentology (the most sophisticated description of a curve is useless if no transfer to one or more possible environments is given). Furthermore it is shown that the low resolution of several conventional assays is caused by the low degree of geological evidence included into the interpretationprocedures. Natural grainsize distributions are a mixture of several Gaussian distributions (traction, 1-2 saltation populations, suspension). Therefore all assays that apply parameters that are designed for ONE distribution are unapplicable. It is shown that under certain conditions the environmental interpretation of grainsize curves reduces to the interpretation of curve forms. This can be done quantitatively for single samples. Series of samples can be compiled to logs (vertical) or maps of environmental probability covering pure and transitional environments as well. This method is the ST-Parameter of Environment Probability that has been applied successfully in different areas of the world since 1984.

Keywords

ST-Parameterenvironmentmethodquantitative analysissandsandstone