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Problematic issues of cladistics: 9. Hennig’s “Phylogenetic Systematics”

Reif, Wolf-Ernst

Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie - Abhandlungen Band 235 Heft 3 (2005), p. 289 - 342

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published: Apr 21, 2005

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ArtNo. ESP155023503001, Price: 29.00 €

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Abstract

Hennig’s (1950, 1966) Phylogenetic Systematics is a methodology, rather than a theory. It was designed to allow the precise classsification of all Recent (and some fossil) species on the basis of a set of rigorous rules. Apart from a clarification of the mutual relationships of Recent taxa, it is meant to provide knowledge of all kinds of patterns of evolution and thus to give a new basis to systematic and comparative biology. Here, an excerpt of Hennig’s (1966) book is given which emphasizes Hennig’s terminology, his methodological strategy and his theoretical background, as a basis for a discussion of his revolutionary approach and of the misunderstandings and discrepancies within cladistics and between cladistics and other schools of systematics. Hennig’s main goal was a repair of the misleading classifications and evolutionary models provided by typology.

Kurzfassung

Hennig’s (1950, 1966) „Phylogenetische Systematik“ ist keine Theorie (wie vielfach behauptet), sondern eine Methodologie. Sie wurde für eine präzise Klassifikation aller rezenten (und einiger fossiler) Arten entwickelt; als Arbeitsbasis wurde ein Satz rigoroser Regeln entwickelt, die theoretisch begründet werden. Abgesehen von einer Klärung der relativen Verwandtschaft der rezenten Arten, ist es die Aufgabe der phylogenetischen Systematik, die verschiedensten Arten evolutiver Muster zu ermitteln und damit der systematischen und vergleichenden Biologie eine neue Basis zu geben. Die vorliegende Arbeit ist ein Exzerpt von Hennigs (1966) Buch, in dem die Verwendung seiner Terminologie, seine methodologische Strategie und sein theoretischer Hintergrund beleuchtet werden und die als Grundlage einer Diskussion dienen soll, in der der revolutionäre Charakter der phylogenetischen Systematik analysiert und Missverständnisse und Diskrepanzen innerhalb der Kladistik und zwischen Kladistik und anderen systematischen Schulen beleuchtet und geklärt werden sollen. Hennigs zentrales Ziel war es, die irrtümlichen Klassifikationsmuster und Evolutionsmodelle der Typologen umzustürzen und durch bessere zu ersetzen und damit zu zeigen, dass die meisten evolutionsbiologischen Methoden der idealistischen Morphologie aus der Sicht der phylogenetischen Systematik nicht akzeptabel sind. Im Gegensatz zu den Typologen nahm Hennig nicht an, dass die Makroevolution anderen Gesetzen unterliege als die Mikroevolution, aber wie die Typologen, und viele andere Evolutionsbiologen auch, war er davon überzeugt, dass die Makroevolution ein hochgeordneter Prozess auf der supraspezifischen Ebene ist; er kann nicht aus theoretischen Prämissen abgeleitet werden, vielmehr müssen die von ihm erzeugten Muster im Rahmen der Arbeit der phylogenetischen Systematik ermittelt werden. Diese Muster bilden dann die Grundlage für eine Theorie der Makroevolution.

Keywords

Monophylyparaphylyapomorphyplesiomorphysister-groupsheterobathmystem speciescladistic revolution