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Problematic issues of cladistics: 10. How to classify the three elements of phylogenetic trees

Reif, Wolf-Ernst

Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie - Abhandlungen Band 236 Heft 3 (2005), p. 267 - 320

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published: Jul 14, 2005

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ArtNo. ESP155023603001, Price: 29.00 €

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Abstract

Hennig (1950, 1966) relied implicitly on a far-reaching axiom, namely that there is one and only one way of a phylogenetic classification. It is shown here that any phylogenetic tree can be disassembled into three different elements whose identity is not affected by evolutionary change: taxa, clades and diachronic (Hennigian) species. All three elements can be made the basis of classifications, which reflect the historical process of evolution in different ways. These three modes of classification help to clarify inner inconsistencies in Hennig’s methodology.

Kurzfassung

Hennig (1950, 1966) verließ sich implizit auf ein weit reichendes Axiom, von dem er nie zeigte, dass es keine inneren Widersprüche hat, dass es nicht seinen anderen Axiomen und Postulaten widerspricht und dass es eine offensichtliche Wahrheit formuliert. Dieses Axiom besagt, dass es eine und nur eine Möglichkeit einer phylogenetischen Klassifikation gibt, also einer Klassifikation aller Arten eines Stammbaumes, die in diesen Stammbaum zurücktransformiert werden kann. Es wird hier gezeigt, dass jeder vollständige Stammbaum in drei verschiedene Elemente zerlegt werden kann, deren Identität nicht durch den evolutionären Wandel beeinflusst wird: synchrone Taxa, diachrone Clades und diachrone (Hennigsche) Arten. Jedes dieser drei Elemente kann zur Grundlage einer Klassifikation gemacht werden, die den evolutiven Prozess auf unterschiedliche Weise widerspiegelt. Die drei Klassifikationsmöglichkeiten sind: synchrone Taxon-Klassifikation, diachrone Clade-Klassifikation und diachrone Arten-Klassifikation. Eine genauere Betrachtung der drei verschiedenen Klassifikationstypen klärt innere Widersprüche der Hennigschen Methodologie auf. Jede Beschreibung einer taxonomischen Methodik muss von einer idealen Situation ausgehen, der ein vollständiger Datensatz zur Verfügung steht. Die drei Klassifikationstypen lassen sich auf verschiedene Weise abwandeln: 1. für reale Situationen, wo nur wenige Daten zur Verfügung stehen, 2. für Klassifikationen, in denen nicht nach phylogenetischer Verwandtschaft, sondern nach physiologischen und ökologischen Merkmalen klassifiziert wird und 3. für Klassifikationen, die für die Untersuchung von Merkmalsevolutionen aufbereitet werden.

Keywords

phylogenetictreescladistics