Original paper

Problematic issues of cladistics: 18. The species as a niche in DARWIN’s unpublished notes and manuscripts in comparison to HENNIG’s species concept

Reif, Wolf-Ernst

Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie - Abhandlungen Band 239 Heft 2 (2006), p. 183 - 238

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published: Mar 24, 2006

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ArtNo. ESP155023902004, Price: 29.00 €

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Abstract

The unshakable basis of Darwin’s thinking was ecology, much more so than is explicit in his “Origin” (1859). Species are niches that – in comparison to varieties – have evolved irreversible independence. Hence, species and the higher order groups (i.e., all taxa) that evolved from them, are real (rather than arbitrary), but organic diversity is not strongly stratified; hence, the categories of varieties and species are also real, but poorly demarcated from each other. Darwin regarded species as difficult to define; but they are firmly embedded in the very complex set of hypotheses which constitute the body of his evolutionary theory. In accordance with the title of his “Origin”, he had a clear concept of how new species evolve (speciation), which rests on the theory of blending inheritance.

Kurzfassung

Die unverrückbare Basis von Darwin’s biologischem Denken war Ökologie. Dieser Blickpunkt war für DARWIN so selbstverständlich, dass er ihn in seinem “Origin” nicht besonders betonte. Für Darwin waren Arten ökologische Nischen, die – im Vergleich zu Varietäten – eine irreversible evolutive Unabhängigkeit erreicht haben. Arten und ihre Subpopulationen sind die Akteure im ökologischen und im evolutionären Geschehen. Daher sind Arten und alle höheren Taxa, die sich aus ihnen entwickeln, reale und nicht willkürlich abgegrenzte Einheiten. Im Gegensatz zur Realität der Arten als Taxa gibt es ein Problem mit der Kategorie Art. Da heute alle Übergänge zwischen geringfügigen Varietäten und wohlabgegrenzten Arten vorkommen, zeigt sich, dass die organische Diversität schlecht stratifiziert ist. Die Kategorie Art ist zwar real, aber extrem schwer von den angrenzenden Kategorien Varietät und Untergattung abgrenzbar. Da er keine absolut verlässlichen Indikatoren fand, mit denen Arten erkannt und von Varietäten abgegrenzt werden können, betrachtete Darwin die Art als schwer definierbar; dennoch ist sein Artkonzept sehr klar und gut in seine gesamte evolutionsbiologische Konzeption eingebunden. Darwin hatte nicht nur ein wohldurchdachtes Artkonzept, sondem – im Gegensatz zur gängigen Meinung – ein klares Speziationskonzept, das sich allerdings nur verstehen lässt, wenn man die von ihm vertretene genetische Theorie der “Blending Inheritance” berücksichtigt.

Keywords

ecologyvarietieshypothesesevolutionary theoryDarwin