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Die globale Zeitskala, stratigraphische Terminologie und Gestaltung der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002

Menning, Manfred

Kurzfassung

Die globale Zeitskala der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002 (STD 2002) ist eine Kombination von zehn Teil-Zeitskalen, die Spezialisten für einzelne Zeitabschnitte entworfen haben. Sieben Teil-Zeitskalen wurden aus der Literatur übernommen, während die drei für Devon, Trias und den Späten Jura neu entwickelt wurden. Beim Zusammenfügen der Komposit-Zeitskala STD 2002 aus den Teil-Zeitskalen mussten an einigen Passstellen globale und regionale stratigraphische Einheiten der Teil-Zeitskalen moderat gestaucht bzw. gestreckt und unter Beachtung der geologischen Zeitindikationen sorgfältig ausbalanciert werden. Die Zeitskala der STD 2002 weist insbesondere im Kambrium, Ordovizium, Devon, Karbon und Perm signifikante Differenzen zu der Geologic Time Scale 1989 (GTS 1989, Harland et al. 1990) auf. Doch sind auch Altersunterschiede im Vergleich zur Skala von Gradstein & Ogg (1996) insbesondere im Perm mit mehr als 10 Ma beträchtlich. Hingegen sind die Zeitdifferenzen zur Geologic Time Scale 2004 (GTS 2004, Gradstein et al. 2004) deutlich geringer; sie betragen im Känozoikum bis 1,2 Ma, im Mesozoikum bis 4,8 Ma und im Paläozoikum bis 6,7 Ma. Weil die numerischen Alter der STD 2002 extrapoliert bzw. geschätzt wurden, sind sie zumeist auf 1,0 Ma bzw. 0,5 Ma gerundet. Anstelle von Fehlerbereichen sind zahlreiche unsichere Alter durch Pfeile markiert. In der GTS 2004 suggerieren dagegen die in der Regel auf 0,1 Ma gerundeten Alter und Zeitspannen eine hohe Genauigkeit, wobei die Fehlerbereiche mit der Maximum Likelihood Methode zwar mathematisch korrekt berechnet wurden, aber oft zu klein sind, um geologisch relevant zu sein.

Abstract

The global time scale of the Stratigraphische Tabelle von Deutschland 2002 (STD 2002) combines ten time scales which were developed by specialists for single time spans. Seven have been taken from the literature but, three have been created for the Devonian, Triassic and Late Jurassic. To merge them into a single time scale it has been approached to minimize stretched or condensed time spans and to get well balanced global and regional stratigraphic units. The STD 2002 scale shows significant differences to the Geologic Time Scale 1989 (Harland et al. 1990) particularly in the Cambrian, Ordovician, Devonian, Carboniferous, and Permian periods. Age differences to the scale of Gradstein & Ogg (1996) exceed 10 Ma in the Permian. However, the differences to the Geologic Time Scale 2004 (GTS 2004, Gradstein et al. 2004) are moderate only and reach in maximum 1.2 Ma in the Cenozoic, 4.8 Ma in the Mesozoic, and 6.7 Ma in the Palaeozoic. The numerical ages are extrapolated or estimated and, therefore, rounded mostly to 1.0 Ma or 0.5 Ma. Instead of error bars, numerous arrows indicate inaccurate ages. However, the ages and time spans of the GTS 2004 which are rounded mostly to 0.1 Ma/m. y. suggest a high precision. Their error bars, which are calculated mostly with the maximum likelihood method are often to small to be geologically relevant.