Original paper

Sedimente und Sedimentationspausen im deutschen Keuper: Wie vollstandig ist die Uberlieferung der spaten Triaszeit?

Nitsch, Edgar; Seegis, Dieter; Vath, Ullrich; Hauschke, Norbert

Kurzfassung

Die Ablagerungen der Keuper-Gruppe enthalten zahlreiche sedimentologische Kennzeichen für Sedimentationspausen verschiedener Dauer. Die wichtigsten sind regionale und beckenweite Diskordanzen sowie Paläoböden unterschiedlicher Reife. Zugleich ist die langfristige mittlere Akkumulationsrate viel niedriger, als für epikontinentale Ablagerungen zu erwarten wäre. Da der größte Teil der Abfolgen nach seinen Sedimentstrukturen mit einer höheren Akkumulationsrate aufsedimentiert sein dürfte als dem langfristigen Mittelwert, müssen für die beckenweiten Diskordanzen und die hochreifen Paläoböden entsprechend lang andauernde Sedimentationspausen angenommen werden.Eine direkte Quantifizierung der Dauer von solchen beckenweiten Schichtlücken ist bislang nicht möglich. Daher wurden für die Darstellung in der STD 2002 die durch die erhaltenen Sedimente überlieferten Zeiträume mit Hilfe der ausgeprägten Zyklizität geschätzt. Wegen der zahlreichen Diskordanzen besteht keine gültige Datengrundlage für eine statistische Auswertung. Deshalb wurden den korrelierbaren Kleinzyklen des Keupers in mehreren Berechnungsvarianten Werte zwischen 0,1 und 0,4 Ma zugewiesen und diese modellhaften Ergebnisse auf ihre Plausibilität geprüft. Dabei wurde der Unsicherheitsbereich zu größeren Sedimentationszeiträumen hin ausgenutzt. Die so berechneten Sedimentations-Zeit-Modelle wurden schließlich nach den biostratigraphischen Rahmendaten auf den vorgegebenen Zeitrahmen verteilt. In der Summe hat sich dabei gezeigt, dass nur höchstens die Hälfte der Zeit, die zwischen den ersten und letzten Keupersedimenten liegt, im Keuper auch durch Sedimente repräsentiert sein dürfte.

Abstract

Sedimentologic markers of depositional gaps are very common within Keuper Group sediments. The most significant of these markers are regional and even basin-wide unconformities and disconformities as well as paleosols of various maturity. Furthermore, averaged long-term accumulation rates are much lower than expected for epicontinental deposits. Yet the depositional structures suppose faster accumulation rates than calculated from thickness and age data. To achieve these long-term averaged rates, there have to be suggested depositional pauses or hiatuses at least at some of the widespread unconformities and high-maturity paleosols.The duration of these gaps cannot directly be quantified. Thus, for visualization in the STD 2002, estimates have been made for the time-equivalents of the preserved sediments, based mainly on cyclostratigraphic arguments. There are, however, no sufficient data for statistic analysis, due to the manyfold unconformities. By calculating several model suggestions between 0.1 to 0.4 Ma per Paracycle, several estimates about the depositional time intervals have been made and checked for plausibility of the results. Within the limits of reasonability, maximum values for depositional time were preferred. These estimated depositional intervals have then been placed within the chronostratigraphic framework referring to the scarce biostratigraphic data. As a result, only half, or even less, of the time interval represented by the Keuper Group as a whole is documented by sedimentary deposits.

Keywords

triaskeuperschichtluckendiskordanzenpalaobodenbiostratigraphiepedostratigraphiezyklostratigraphie