Original paper

Fossil birds from the Miocene and Pliocene of Hambach (NW Germany)

Dalsätt, Johan; Mörs, Thomas; Ericson, Per G. P.

Kurzfassung

In dieser Arbeit werden die Vogelreste der mittelmiozänen (MN 5) und oberpliozänen (MN 16) Fundstellen Hambach 6C und Hambach 11/13 in der Niederrheinischen Bucht beschrieben. Obwohl die Vögel die am dürftigsten repräsentierte Wirbeltierklasse beider Faunen darstellen, so hat zumindest die miozäne Fundstelle Hambach 6C einen bemerkenswerten Nachweis geliefert: den frühesten Schlangenhalsvogel Europas. Der bisher nördlichste Fund von Anhinga pannonica, einem „tropischen" Element in der Hambacher Fauna, ist ein weiterer Hinweis auf das mittelmiozäne Klimaoptimum. Die sieben identifizierbaren Vogelknochen aus Hambach 6C repräsentieren Anhingidae, Anseriformes, Galliformes und Rallidae. Rezente Vertreter dieser Taxa kommen in verschiedenen Ökosystemen vor: Schlangenhalsvogel, Enten- und Gänsevögel sowie Rallen sind aquatisch bzw. semiaquatisch angepasste Arten, während die Hühnervögel terrestrische Habitate besetzen. Damit passen die Hambacher Vögel gut in die verschiedenen Biotope eines küstennahen Flachlandes, genauer gesagt in das Ästuar eines grösseren Fluss-Systems, wie es durch die anderen Wirbeltiergruppen nachgewiesen ist. In der Hambacher Miozän-Fauna fehlen allerdings die Seevögel. Das Oberpliozän von Hambach 11 und Hambach 13 hat nur drei bestimmbare Vogelfossilien geliefert, die den beiden Ordnungen Anseriformes and Galliformes zugeordnet werden können. Die wenigen Vogelreste wurden in einer Flussrinne zusammen mit zahlreichen Zähnen und Knochen vor allem von kleineren Wirbeltieren angereichert. Sie repräsentieren ebenfalls eine Mischung aquatisch und terrestrisch angepasster Taxa. Wie die übrigen Wirbeltiere dokumentieren sie das Vorhandensein unterschiedlicher Biotope in der pliozänen Niederrheinischen Bucht.

Keywords

AvesNeogeneLower Rhine Basinmorphologytaxonomy