Original paper

Emsian deep-water Rugosa assemblages of Hamar Laghdad (Devonian,Anti-Atlas,Morocco)

Berkowski, Blazej

Kurzfassung

Aus tonigen Ablagerungen der Amerboh Gruppe (Oberemsium), aufgeschlossen am Hamar Laghdad im östlichen Anti-Atlas (Marokko), werden vier verschiedene Lebensgemeinschaften von rugosen Korallen beschrieben. Sie beinhalten kleine Tiefwasser-Formen, die meistens keine Dissepimente besitzen. Als Folge der Bildung von zahlreichen, 20-50 m hohen und relativ dicht nebeneinander stehenden Kalkschlamm-Hügeln (Mud Mounds) war der Meeresboden am Hamar Laghdad während des Emsiums bathymetrisch sehr stark differenziert. Die Entstehung von Mud Mounds, die auf eine frühere hydrothermale Aktivität am Meeresboden zurückzuführen ist, endete vor dem Ende der inversus Conodontenzone. Nach dieser Zeit sind die Mud Mounds und vor allem die zwischen den Mounds liegenden Vertiefungen ganz allmählich durch tonige Sedimente der Amerboh Gruppe bedeckt. Diese Phase dauerte bis Ende der Emsium- Zeit. Die stark differenzierte Topographie des Meeresbodens führte zu unterschiedlichen Milieus mit bemerkenswerten Lebensgemeinschaf¬ ten von rugosen Tiefwasser-Korallen. Die vier Korallen-Gemeinschaften unterscheiden sich untereinander nicht nur durch die taxonomische Zusammensetzung und Häufigkeit der Arten sondern auch durch unterschiedliche Wachstum- und Lebensstrategie entsprechend der am Ort herrschenden Lebensbedingungen. Die reichste Gemeinschaft (A), die 15 Arten von zehn Gattungen umfasst, entwickelte sich auf den bereits lithifizierten Hängen von Mud Mounds. Die Gemeinschaft (B), die zu gleicher Zeit in den Vertiefungen zwischen den Mounds siedelte, beinhaltet neun Arten, die zu sieben Gattungen gehören. Die Gemeinschaften C und D sind etwas jünger, taxonomisch ärmer und treten in den tonigen Sedimenten der Amerboh Gruppe auf. Die erste mit 3 Arten aus 3 Gattungen wurde über den Hängen gefunden. Die letzte Gemeinschaft (D) mit nur zwei Arten aus zwei Gattungen kommt in den tonigen Sedimenten der Intermound-Vertiefungen vor. Die räumliche Verteilung der gesammelten Fauna zeigt, dass vor allem die Hänge der Mounds günstige Bedingungen für die Entwicklung von Lebensgemeinschaften von rugosen Korallen boten. In den Vertiefungen zwischen den Mounds waren dagegen die Bedingungen für Korallen, selbst für relativ tolerante Formen der Familie Laccophyllidae, weniger lebensfreundlich. Insgesamt werden vier neue Gattungen (Erfoudia n. gen., Marocaxon n. gen., Berberia n. gen., Pentacyathus n. gen.) und 16 neue Arten (Enterolasma pachytheca n. sp., Sutherlandinia anna n. sp, Boolelasma magnum n. sp.,Syringaxon exiguus n. sp., Syringaxon firmipes n. sp., Scbindewolfia Concors n. sp., Scbindewolfia solida n. sp., Scbindewolfia tenera n. sp., Catactotoecbus instabilis n. sp., Erfoudia eisenmanni n. sp., Marocaxon subcylindricus n. sp., Marocaxon laticalix n. sp., Berberia kesskessi n. sp., Pentacyathus arduus n. sp., Pentacyathus tenuis n. sp., Pentacyathus variabilis n. sp.) beschrieben und systematisch erfasst.

Keywords

RugosataxonomypalaeoecologyEmsian (Lower Devonian)Anti-AtlasMorocco