Palaeontographica Abteilung B - Band 274

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Hans-Joachim Schweitzer:

Die Oberdevon-Flora der Bäreninsel

5. Gesamtübersicht

[The Upper-Devonian flora of Bear Island (Bjørnøya, S. Spitsbergen). Part 5: Synoptic Review]

2006. 191 Seiten, 101 Abbildungen, 3 Tabellen, 57 Tafeln, 23x31cm, 1240 g
Language: Deutsch

ArtNo. ES164027400, brosch., price: 298.00 €

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Synopsis

This extensive German-language contribution concludes the five-part work on the Upper-Devonian Flora of Bear Island (Bjørnøya), located South of Spitsbergen, that has been under study and interpretation since the publication of part 1 in 1967. This fifth part summarizes the results of the study of Bear Islands fossil plants, which turned out quite heterogeneous.

Bespr.: Zentralblatt f. Geol. u. Pal. Teil II, Jg. 2007, H. 1-2

Mehr als einhundert Jahre nach der ersten Beschreibung der oberdevonischen Floren von der zwischen Svalbard und dem norwegischen Festland gelegenen Bäreninsel durch den schwedischen Paläobotaniker NATHORST liefert uns der Verfasser mit vorliegendem Band eine aktuelle Gesamtübersicht zu dieser Thematik. Diese Gesamtübersicht gründet sich dabei nicht nur auf das zahlreiche, in verschiedenen europäischen Sammlungen vorhandene Material, sondern auch auf die umfangreichen Geländearbeiten, die der Autor vor bereits mehr als 35 Jahren selbst unter schwierigsten Bedingungen auf dieser rauhen und unwirtlichen Insel durchführte.

Die Pflanzen stammen aus den flözführenden Mysery- (Fa2a -- Fa2c) und Tunheim-Serien, (Tn1ay), zwischen denen die flözleere (und fossilleere) Sandstein- Serie liegt. Während die Mysery-Serie unter limnischen Bedingungen abgelagert wurde, nimmt der Verfasser für die Tunheim-Serie zumindest temporär paralische Bedingungen an. Der Verfasser geht ausführlich auf die Taxonomie und Paläoökologie der beiden pflanzenführenden Serien ein und stellt die unterschiedliche Zusammensetzung der beiden von ihm unterschiedenen Floren in Vegetationsbildern dar.

Zusammengenommen umfassen die oberdevonischen Floren der Bäreninsel die Taxa Codonophyton epiphyticum NATHORST, Sublepidodendron heeri nov. comb., Pseudolepidodendropsis carneggianum (HEER) SCHWEITZER, Jurinodendron kiltorkense (HAUGHTON) DOWELD, Lepidosigillaria? macrocicatricosa n. sp., Sphenophyllum tenerrimum ETTINGSHAUSEN, Pseudobornia ursina NATHORST, Cephalopteris mirabilis NATHORST, Cephalopteris keilhaui (NATHORST) SCHWEITZER, Cephalopteris tunheimensis n. sp., Cephalopteris squarrosa n. sp., Cephalopteris myserimontis n. sp., Sphenocyclopteridium belgicum STOCKMANS, Archaeopteris macilenta LESQUEREUX und Archaeopteris halliana (GOEPPERT) STUR.

Der Verf. beschreibt die einzelnen Taxa ausführlich und dokumentiert sie fotografisch und auch durch interpretative Zeichnungen bzw. Rekonstruktionszeichnungen. Dabei stört allerdings etwas, dass verschiedene der beschriebenen, z. T. sehr wichtigen Fundstücke nach Aussage des Autors entweder direkt bei der Bergung im Gelände zerstört wurden (z.B. Cephalopteris myserimontis, S.144; Archaeopteris halliana, S. 167) bzw. während Ausleihen an Dritte verloren gingen, weshalb der Autor die Stücke "aus der Erinnerung" beschreiben musste (z.B. fertile Reste von Pseudobornia ursina, S. 77).

Negativ fällt (wie bereits bei früheren Bänden der Reihe) der sehr hohe Preis dieses Bandes auf, der sicher auch durch die aufwendige Ausstattung mit mehreren Ausfaltbeilagen, sowie insgesamt 57 Fototafeln zurückgeht. Wie schon bei früheren Arbeiten des Autors stellt sich hier dem Rez. die Frage, ob wirklich Zeichnungen einzelner Fundstücke bzw. Rekonstruktionen im Maßstab 1:1 für den wissenschaftlichen Wert einer solchen Arbeit notwendig sind, oder ob ein kleinerer Maßstab nicht auch ausgereicht hätte, wodurch dann die Ausfaltbeilagen entfallen wären. Auch die Zahl der Fototafeln hätte man sicherlich ohne Informationsverlust reduzieren können. Hier sollte man sich überlegen, ob es wirklich vom wissenschaftliche Standpunkt her notwendig ist, das selbe Stück mehrmals 334 Basisgruppen und Paläobotanik (wenngleich auch in verschiedenen Vergrößerungen) fotografisch abzubilden. Dass sich das, zugegebenermaßen, sehr detaillierte und ausführliche, englischsprachige Summary (5 ½ Seiten), sowie die deutsche Zusammenfassung (5 Seiten) über mehrere Seiten erstrecken, entspricht sicherlich nicht den normalen Gepflogenheiten der Palaeontographica oder anderer ernstzunehmender wissenschaftlicher Zeitschriften, verschafft aber dem Leser, der sich nur einen groben Überblick über die Thematik verschaffen will, einen recht guten Einblick in den Inhalt dieses Bandes.

Das Werk stellt trotz aller (eher formaler) Kritikpunkte einen sehr guten Überblick über den aktuellen Wissensstand bei den Oberdevon-Floren der Bäreninsel dar und ist daher ein sehr guter Startpunkt für zukünftige, weiterführende Arbeiten über die oberdevonischen Paläofloren der gesamten Arktis.

D. UHL

Zentralblatt f. Geol. u. Pal. Teil II, Jg. 2007, H. 1-2

Original paper

Die Oberdevon-Flora der Bäreninsel, 5. Gesamtübersicht

Schweitzer, Hans-Joachim

p. 1-191, published: Apr 7, 2006
101 figures, 3 tables, 57 plates, 2 enclosures

P
= can be downloaded

O
= Open Access (paper can be downloaded for free)