Original paper

Soziologie und Ökologie von Oxalis pes-caprae L. im Mittelmeergebiet unter besonderer Berücksichtigung von Malta

Brandes, D.

Phytocoenologia Band 19 Heft 3 (1991), p. 285 - 306

37 references

published: Apr 30, 1991

DOI: 10.1127/phyto/19/1991/285

BibTeX file

ArtNo. ESP024001903001, Price: 29.00 €

Download preview PDF Buy as PDF

Kurzfassung

In der vorliegenden Arbeit werden Ökologie und Soziologie des aus Südafrika stammenden Neophyten Oxalis pes-caprae dargestellt. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Insel Malta, wo die Art vor ca. 190 Jahren erstmals nach Europa eingeführt wurde. Trotz fehlender generativer Vermehrung breitete sich die Art rasch aus. Aufgrund der reichlichen Bildung von Bulbillen ist Oxalis pes-caprae ein schwer zu bekämpfendes Unkraut der thermomediterranen Stufe des westlichen und insbesondere des zentralen Mittelmeerraumes geworden. Auf Malta gehört Oxalis pes-caprae zu den häufigsten Arten überhaupt. Sie hat den Schwerpunkt ihres Vorkommens dort in bzw. an Stütz- und Umfassungsmauern der Felder und prägt zur Blütezeit das Bild der Kulturlandschaft. Ihre große phanotypische Plastizität - der oberirdische Sproß kann durch Internodienstreckung bis zu 70 cm lang werden - ermöglicht es, mit den Blattrosetten in den vollen Lichtgenuß zu kommen, ohne die Nachteile kleiner und rasch austrocknender Mauerritzen in Kauf nehmen zu müssen. Weiterhin kann Oxalis pes-caprae häufig in hochwüchsigen Staudengesellschaften (Urtico-Smyrnietum, Lavatera arborea-Bestände), unter Arundo donax, aber auch unter einzelnen Bäumen dichte, teppichartige Bestände ausbilden. Ebenso wird das Verhalten der Art in Italien, auf der iberischen Halbinsel sowie in Nordafrika anhand der Literatur sowie eigener Untersuchungen vergleichend dargestellt. Die Schwerpunkte des Vorkommens von Oxalis pes-caprae in den Küstengebieten des Maghreb und Südostspaniens liegen in bewässerten Citrus-Kulturen, in flußbegleitenden Gehölzbeständen sowie in ruderalen Ricinus communis-Beständen. In allen Fällen handelt es sich um besonnte bis mäßig beschattete Wuchsorte, deren Böden im Winter - und auch noch im Frühling - ausreichend mit Wasser versorgt sind. Die Tatsache, daß Oxalis pes-caprae eher unter Hochstauden bzw. Gehölzen als zwischen Niedrigwüchsigen lebt, läßt zwei Schlüsse auf seine Autökologie zu, die sich gegenseitig ergänzen: Neben der besseren Wasserversorgung ist das (weitgehende) Ausbleiben mechanischer Störungen während der Vegetationsperiode von ausschlaggebender Bedeutung. Hier besteht offensichtlich eine ähnliche Einnischung als Wintergeophyt wie bei den mitteleuropäischen Frühjahrsgeophyten (z.B. Ranunculus ficaria). Die Vegetationsperiode von Oxalis pes-caprae wird jedoch nicht durch sich verschlechternde Lichtverhältnisse, sondern von zunehmender Trockenheit begrenzt. So dürfte auch die östliche Verbreitungsgrenze dieser Art von der zunehmenden Trockenheit bedingt sein, während niedrige Wintertemperaturen der Ausbreitung nach Norden rasch eine Grenze setzen.

Abstract

In this paper the ecology and sociology of the neophyt Oxalis pes-caprae coming from South Africa is pointed out. In the centre of interest is the island of Malta, where the species was introduced to Europe for the first time 190 years ago. Because of its formation of numerous bulbills Oxalispes-caprae is a dangerous weed in the coastal areas of the western and especially the central Mediterranean region. In Malta Oxalispes-caprae is one of the most frequent species. The centre of its occurrence is in, respectively at old walls surrounding the fields. Its great phenotypical plasticity - the length of the overground shoot is up to 70 cm - enables her to acquire the full light without accepting the disadvantages of rapidly parching wall crevices. Oxalis pes-caprae is able to build tight weedlayers in communities of tall herbs (Urtico-Smyrnietum, Lavatera arobrea community) as well as under trees, respectively under Arundo donax. The behaviour of the species in Italy, in the Iberian peninsula as well as in North Africa is pointed out by literature and own investigations. There Oxalis pes-caprae occurs mainly in irrigated cultures of Citrus but also in river accompanying woods as well as in Ricinus communis scrubs.

Keywords

Oxalis pes-caprae L.MittelmeerMalta