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Die höchsten Bäume Europas - waldvegetationskundliche Voraussetzungen für ein optimales Wachstum

[The tallest trees of Europe - the phytosociological basis for an optimal growth]

Mayer, H.

Phytocoenologia Band 6 Heft 1-4 (1979), p. 55 - 73

23 references

published: Oct 22, 1979

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ArtNo. ESP024000600030, Price: 29.00 €

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Kurzfassung

Die waldvegetationskundlichen Voraussetzungen für ein optimales Wachstum von Tanne, Fichte, Schwarzkiefer und Zeder wurden analysiert. Die Schlußbaumarten Tanne und Fichte finden in zentralen Abieti-Fagetum-Einheiten, im mehrstufig aufgebauten, ungleichaltrigen Naturwaldgefüge, auf niederschlagsreicheren, frischen Standorten ohne besondere Windgefährdung die besten Wuchsmöglichkeiten. Für die Lichtbaumart Schwarzkiefer ergibt sich am Rande des natürlichen Vorkommens, im Kontakt zu niederschlagsreicheren, bodenfrischeren Buchenwäldern eine entscheidende Wuchsbegünstigung. Für überdurchschnittliche Zedernwuchsleistungen sind einerseits nachhaltig frische Böden (größere Niederschläge), andererseits aber auch ein geschlossener und gestufter Bestandesaufbau mit ständiger Bodendeckung notwendig. Mediterran-montane Tannenarten (auch Zypresse) können trotz des sommerlichen Niederschlagsdefizites beachtliche, zum Teil ungewöhnliche Wuchsleistungen erreichen, speziell im tieferen Arealbereich, wo Laubbäume beginnen konkurrenzkräftiger zu werden und wo die feinerdereicheren und frischeren Standorte Getreidebau ermöglichen. Die wüchsigsten Waldstandorte Europas sind zum größten Teil gerodet und bieten für die Landwirtschaft (Almweide, Grünland, Ackerflächen) die besten Voraussetzungen. In der Regel wird optimaler Wuchs von Schattbaumarten im zentralen Bereich der Klimaxgesellschaft und von Lichtbaumarten am natürlichen Arealrand von Dauergesellschaften im Kontakt zu Laubwäldern erreicht.

Abstract

The phytosociological fundamentals for an optimal growth of Abies alba, Picea abies, Pinus nigra, Cedrus libani and C. atlantica were analyzed. The climax trees Silver fir and Norway spruce have the best growing conditions in the center of the Abieti-Fagetum on fresh sites with high precipitation and without wind risk. Pinus nigra, a shade-intolerant tree, grows best on the edge of the natural range near the Fagetum. Fresh sites and stratified stand structure are growth promoting for Cedrus atlantica and C. libani. Mediterranean Abies species (cilicica, marocana, pinsapo) and Cupressus sempervirens have an extraordinary height growth in the lower range, on contact with deciduous trees on fresher sites and on agricultural marginal sites suitable for cultivating grains. Ordinarily, shade trees grow tall best in the center of climax communities while the shade-intolerant trees on the edge of »permanent communities« with broadleaf species.

Keywords

Silver firNorway sprucegrainsphytosociologicalPinus nigraCedrus libani