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Rotliegend im Ostteil der Süddeutschen Scholle

Paul, Josef; Schröder, Bernt

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 61 (2012), p. 697 - 706

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published: Oct 25, 2012

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ArtNo. ESP171906100025, Price: 8.00 €

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Kurzfassung

Am westlichen Rand des Böhmischen Massivs streichen einige kleinere Rotliegend-Vorkommen aus, die zum Naab-Becken gehören. Es sind dies die Vorkommen von Stockheim, Weidenberg, Erbendorf, Weiden und Schmidgaden. Das etwa 2800 m tiefe Zentrum des Beckens ist bislang nicht von Bohrungen durchteuft, sondern nur seismisch erkundet worden. Die am Beckenrand stehende 1450 m tiefe Bohrung „Weiden“ ergab detaillierte Informationen über die Schichtenfolge. Die unterste, bis zu einigen hundert Metern mächtige Serie I besteht aus dunkelgrauen Schwemmfächer-Sedimenten. In einigen Gebieten kommt ein Kohlenflöz vor. Die Serie II wird von bis zu 150 m mächtigen roten tonigen Siltsteinen dominiert, in die Sandsteine und grobe klastische Gesteine eingeschaltet sind. Im oberen Teil kommen zahlreiche Horizonte mit grundwasserbürtigen Karbonat-Knollen vor. Die Serie III besteht aus einer zyklischen Abfolge von groben Klastika, Sandsteinen, lakustrischen Schwarzschiefern und laminierten schwarzen Kalksteinen und Caliche-Horizonten. Die Zyklen können über das gesamte Becken verfolgt werden. Die Serie IV besteht aus vulkanischen Aschen und Bimssteinen rhyolithischer Zusammensetzung. In Erbendorf lagert über Pyroklastika ein 200 m mächtiger extrusiver Rhyolith. Die Serie V besteht aus roten Schwemmfächer-Sedimenten, Sandsteinen und tonigen Siltsteinen. Im Beckeninneren kommen pedogene Karbonate, Silcretes und anhydritische Zemente vor. Die Grenze zum Zechstein bzw. Buntsandstein ist nicht bekannt. Der einzige biostratigraphische Fixpunkt besteht aus Pollen und Sporen des Stefan A-B in der Serie III. Der Höhepunkt des Vulkanismus in der Serie IV lag wahrscheinlich in der Nähe der Perm/Karbon-Grenze. Im Fränkischen Schichtstufenland und nördlich der Donau wurden unter mesozoischen Deckschichten Rotliegend-Vorkommen erbohrt oder auch nur seismisch nachgewiesen. Sie bilden wohl kein zusammenhängendes Becken. Rote klastische Sedimente, Pyroklastika und Vulkanite sind die vorherrschenden Gesteine.

Abstract

Along the western border of the Bohemian Massif, there are a number of small Permo-Carboniferous outcrops such as the Stockheim, Weidenberg, Erbendorf and Weiden areas. They are part of the larger Naab Basin. The deepest part of the basin is only known from seismic surveys. The 1450 m deep bore-hole “Weiden” penetrated the some hundred metres thick Unit I consisting of dark grey alluvial fan sediments, and a coal seam in some areas. Unit II is dominated by about 150 m thick red mudstones with intercalated sandstones, coarse clastics and several horizons of groundwater-derived carbonate concretions. Unit III is composed of cyclic alternations of coarse clastics, sandstones, lacustrine black shales and laminated black carbonates and several soil horizons. The cycles can be traced throughout the basin. Unit IV is dominated by volcanic ashes, thick rhyolites and rhyolithic lapilli. Unit V comprises of about 500 m thick red alluvial fan deposits, coarse clastics as well as mudstones, pedogenic carbonates, silcretes and anhydritic cements. The boundary with the overlying Zechstein or Buntsandstein Group is not clear. The only biostratigraphic fixed point in unit III yielded pollen and spores of Stephanian A-B age. The climax of volcanic activity in unit IV is assumed to be near the Permian/Carboniferous boundary. In the area between the Main River and the Danube, Rotliegend clastics, pyroclastics and volcanic were found in several boreholes or they were seismically proved. They do not form a joint basin.

Keywords

UnterpermRotliegendBayernNaab-BeckenLower PermianRotliegendBavariaNaab BasinGermany