Original paper

Die Kernbohrung Anröchte 4415/1001 – neue Erkenntnisse über das Paläozoikum im Lippstädter Gewölbe

Dölling, Bettina; Piecha, Matthias

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 73 (2011), p. 45 - 52

17 references

published: Feb 17, 2011

BibTeX file

ArtNo. ESP171907300001, Price: 8.00 €

Download preview PDF Buy as PDF

Kurzfassung

Im Rahmen der geologischen Landesaufnahme des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen wurde im Juni 2009 auf der TK 25: Blatt 4415 Anröchte eine Kernbohrung abgeteuft. Zusammen mit einer weiteren Kernbohrung auf Blatt 4413 Werl konnte ein Standardprofil der am Haarstrang zutage tretenden, oberkreidezeitlichen Schichtenfolge erbohrt werden. Gleichzeitig wurden in der 99, 9 m tiefen Kernbohrung Anröchte 4415/1001 auch 28 m paläozoische Gesteinsschichten durchteuft. Die Kernbohrung Anröchte 4415/1001 liegt circa 500 m südwestlich der Tiefbohrung Soest-Erwitte 1/1a (s. Abb. 1) und hat die Koordinaten R 34 49455, H 57 12859. Die Tiefbohrung Soest-Erwitte 1/1a wurde 1972/73 abgeteuft und hat eine korrigierte Endteufe von 726, 7 m erreicht (Köwing 1982 a). Die Bohrung wurde knapp südlich vom Topbereich einer starken magnetischen Anomalie angesetzt, die von Kutscher (1938) entdeckt wurde. Die Tiefbohrung steht hierbei im Bereich einer variszischen Aufwölbung, des so genannten Lippstädter Gewölbes, die dort im Grundgebirge ausgebildet ist. Die Tiefbohrung wurde bis 303m Teufe gespült. Wegenbohrtechnischer Probleme existieren aus dem Teufenbereich 143 m bis 303 m keine Proben (Köwing 1982 a), sodass über die Lithologie und Stratigrafie der in diesem Teufenabschnitt erbohrten Schichtenfolge bis heute keine sicheren Aussagen getroffen werden können. Lediglich die Grenze Kreide/Paläozoikum wurde durch Köwing (1982 b) mithilfe von Gamma-Ray-Log-Korrelationen in 158 m Tiefe sicher festgestellt. Die paläozoischen Gesteine der Tiefbohrung Soest-Erwitte 1/1a bestehen unterhalb von 303 m Teufe aus einer eintönigen Abfolge von Tonsteinen, Bänderschiefern und Schluffsteinen, die außerordentlich fossilarm sind (Clausen & Leuteritz 1982). Aufgrund des Fehlens von Sporen (Streel & Vanguestaine 1975, Grebe 1976) und wegen Funden von organischen Relikten, die als Rindenperiderm von Graptolithen gedeutet wurden (Clausen & Teichmüller 1982) ist die paläozoische Abfolge unterhalb von 303 m Teufe in das Ordovizium gestellt worden (Clausen & Teichmüller 1982).