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Von der „Modder-Mole“ zum modernen Kieswerk am Niederrhein

Koss, Rudolf; van der Kuil, Lutz

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 73 (2011), p. 53 - 59

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published: Feb 17, 2011

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Kurzfassung

Durch geologische Vorgänge in den letzten zwei Millionen Jahren haben sich am Niederrhein quartärzeitliche Ablagerungen gebildet, die vor allen Dingen als Betonzuschlag bestens geeignet sind. Durch eiszeitliche und fluviatile Vorgänge wurden große Schottermengen aus dem Rheinischen Schiefergebirge, also in etwa dem heutigen Hunsrück, Taunus, dem Westerwald und der Eifel in Richtung Nordsee geführt und dabei bei nachlassender Strömungsgeschwindigkeit der Flüsse am Niederrhein abgelagert. Während des rollenden Transportes auf der Flusssohle wurden die ursprünglichen Felsbrocken verkleinert und teilweise aufgerieben. Der harte Quarz wurde dabei angereichert und stellt mit etwa 65 bis 85 % heute den Hauptgemengeteil der Kies- und Sandlagerstätten des Niederrheins dar. Der hohe Quarz- und Quarzitanteil macht auch die hohe qualitative Bedeutung der Vorkommen aus (Klostermann 1992). Die Ablagerungen erfolgten in verschiedenen Schüben, die meistens mit Eiszeiten verbunden waren. Heute sind die Kiese und Sande als Terrassenablagerungen mit unterschiedlichen Körnungsanteilen anzutreffen. Grundsätzlich kann unterstellt werden, dass von Krefeld bis zur niederländischen Grenze in Rheinnähe fast überall verwertbare Kiessande anzutreffen sind. Der Körnungsanteil nimmt dabei in Richtung Niederlande, also mit steigender Stromkilometrierung bzw. mit abnehmender Schleppkraft des Rheins, ab (Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen 1988).