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Zur Abschätzung des langjährigen Höchstgrundwasserspiegels unter Berücksichtigung des Schichtenwassers

Müller, Wolfram

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 73 (2011), p. 95 - 102

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published: Feb 17, 2011

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Kurzfassung

Die Abschätzung des langjährigen Höchstgrundwasserspiegels spielt in der täglichen Praxis eines Hydrogeologen und Baugrundgutachters eine zentrale Rolle. Sie wird benötigt für einzelne Wohn- und Industriegebäude – im Rahmen der Neuplanung sowie zur Untersuchung von Nässeschäden – für die Aufstellung von Bebauungsplänen, für die Planung von Versickerungsanlagen sowie für die Gefährdungsabschätzung und Bewertung von Altlasten und Altstandorten. FürdieGebäudeplanungweistdieHonorarordnungfür Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI 1996) im Teil XII „Leistungen für Bodenmechanik, Erd- und Grundbruch“ dem Baugrundgutachter insbesondere auch die Aufgabe zu, eine Abschätzung des „Schwankungsbereichs von Wasserständen im Boden“ vorzunehmen (§ 92, Punkt 2). Die fundierte gutachterliche Beratung für die Gründung eines Bauwerkes schließt die Ermittlung des langjährigen Höchstgrundwasserspiegels mit ein. Hierauf verweisen auch einschlägige gerichtliche Urteile. So verlangt das Oberlandesgericht Düsseldorf in seinem Urteil vom 17. 03. 2000 (22 U 142/99), dass der Bemessungsgrundwasserstand des Neubaus nach Möglichkeit aus langjährigen Beobachtungen ermittelt wird. In dem besagten Urteil wird ein Beobachtungszeitraum von mindestens 40 Jahren gefordert. Die Richtlinie des DAfStb-Richtlinie (2003) definiert den Bemessungsgrundwasserhöchststand folgendermaßen: „Der höchste innerhalb der planmäßigen Nutzungsdauer zu erwartende Grundwasser -, Schichtenwasser- oder Hochwasserstand unter Berücksichtigung langjähriger Beobachtungen und zu erwartender zukünftiger Gegebenheiten; der höchste planmäßige Wasserstand“. Die Beurteilung und Abschätzung der Grundwasserverhältnisse an einem einzelnen Standort bzw. Objekt lässt sich nur leisten, wenn Informationen über die mittleren Grundwasserflurabstände, den Grundwasserleiter sowie die Grundwasserströmung vorhanden sind, das heißt, wenn in einem ausreichenden Maße Informationen vorliegen oder neu erarbeitet werden, welche die lokalen Verhältnisse in eine vernünftige Beziehung zu den für das weitere Umfeld vorhandenen Daten bringen. Hierzu zählen auch Wasserstandsmessungen an Grundwasserbeobachtungspegeln.