Original paper

Bodenbildung in anthropogen veränderten Substraten – Beobachtungen aus der großmaßstäbigen Waldbodenkartierung im Rheinland

Dickhof, Alfred

Kurzfassung

Das Rheinland war auf Grund seiner günstigen klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnisse schon immer ein bevorzugter Siedlungsraum, der zusätzlich über besonders viele unterschiedliche Bodenschätze verfügt. So ist hier eine Kulturlandschaft entstanden, die flächendeckend vom Menschen gestaltet und stark verändert wurde. Beispiele dafür sind die landwirtschaftliche Bodennutzung mit daraus resultierender Bodenerosion und der Bildung von Auenböden, die Degradation nährstoffarmer Sandböden durch Übernutzung (Plaggenhieb, Waldweide) und in der Folge Verheidung und Podsolbildung und andererseits die Eutrophierung durch Nährstoffzufuhr (Plaggenauftrag, Düngung) oder die flächenhafte Änderung der bodenchemischen Verhältnisse durch sauer oder basisch wirkende Immissionen (Saurer Regen, Flugasche). Zusätzlich zu all dem gibt es im Rheinland unüberschaubar viele Flächen, die durch Entnahme oder Aufschüttung von Material vollständig und tiefreichend verändert wurden. Die Spanne reicht dabei von mehrere tausend Hektar großen Braunkohletagebauen und Rekultivierungsflächen bis hin zu wenige Quadratmeter großen Bodenstörungen – vom Schützengraben aus dem Zweiten Weltkrieg bis zum vorgeschichtlichen Grabhügel.