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Der Strontianitbergbau im Raum Drensteinfurt (Münsterland) – ein weitgehend vergessenes Montanerbe birgt aktuelle Georisiken

Dölling, Manfred; Lenz Andreas,

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 73 (2011), p. 31 - 43

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published: Feb 17, 2011

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Kurzfassung

Wird in Westfalen von Bergbau gesprochen, so ist im Allgemeinen der Abbau von Steinkohle gemeint. Beinahe vergessen ist hingegen die bergmännische Gewinnung des Minerals Strontianit im Münsterland, obwohl dieser Bergbau während seiner Blütezeit im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts im Dreieck zwischen Münster, Hamm und Beckum mehrere Tausend Menschen beschäftigte (Gesing 1995). Strontianit ist ein relativ hartes und auffallend schweres Mineral (spez. Gew.: 3, 74 bis 3, 78 g/cm3 gegenüber Calcit mit 2, 71 g/cm3). Strontianit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung SrCO3 (Strontiumcarbonat) und entwickelt prismatische bis nadelige Kristalle, aber auch faserige, massige bis erdige Aggregate, die entweder farblos bis weißlich oder durch Verunreinigungen grau, bräunlich, grünlich, seltener gelblich oder rötlich gefärbt sein können (Bode 1980, Jatzkowski & Unland 1986, Unland 1985). Seinen Namen erhielt es nach seinem ersten Fundort, Loch Strontian, in Schottland, wo es 1790 erstmals entdeckt wurde. Das chemische Element Strontium, ein Erdalkalimetall, ist in der oberen Erdkruste mit 0, 014 Gewichtsprozent vertreten. Wirtschaftlich genutzt werden nur zwei Strontiumminerale, Strontianit und Coelestin (Strontiumsulfat, SrSO4). Das Strontianitvorkommen des Münsterlandes ist mit einer Ausdehnung von circa 1700 km2 und einem geschätzten Vorrat von etwa 150000 t eines der größten der Erde und aufgrund seiner Reinheit weltweit das bedeutendste Rohstoffvorkommen dieses Minerals.

Keywords

strontianitemininingwestphaliagermany