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Hanauer Becken

Martini, Erlend; Radtke, Gudrun; Schiller, Wolfgang

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 75 (2011), p. 225 - 262

198 references

published: Oct 30, 2011

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ArtNo. ESP171907500004, Price: 8.36 €

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Kurzfassung

Das Hanauer Becken gliedert sich in mehrere kleine Teilbecken und ist nach der zentralen Lage der Stadt Hanau nach dieser benannt. Eine erste Untergliederung in verschiedene tektonische Becken (Teilschollen) erwähnt bereits Kinkelin (1892). Es ist nach Golwer (1968) Teil des SSW-NNE-gerichteten tertiären Grabensystems und liegt im Kreuzungsbereich nördlicher Oberrheingraben und dem älteren Saar-Nahe Becken mit dem Sprendlinger Horst (Rotliegend). An der Linie der Frankfurter Stadtteile Bonames – Ginnheim – Bockenheim – Niederrad schließt das Hanauer Becken an den nordöstlichen Teil des Oberrheingrabens (Nidda-Graben) an und reicht im Osten bis an den Spessartrand. Südwestlich grenzt das Becken an den Sprendlinger Horst. Tektonisch setzt sich diese Struktur mit der Frankfurter Schwelle (Frankfurter Horst) und der Hohen Straße nach Norden bis in die Wetterau fort, was dort zu mehreren Rotliegend-Aufbrüchen und verringerten Mächtigkeiten der tertiären Sedimente führt. Andererseits hat sich im Osten des Sprendlinger Horsts ein junges Senkungsfeld (Hanau-Seligenstädter Senke), das am stärksten abgesenkt ist (Anderle 1970, 1974: Abschiebungen, Staffelbrüche; Weinelt 1967a) und mächtige jungtertiäre und quartäre Schichten enthält. Es wird im Osten vom kristallinen Spessart begrenzt. Die südliche Begrenzung bildet die Dieburger Bucht und das Aschaffenburger Teilbecken im Südosten. Nach Norden geht es ohne scharfe Grenze südlich der Linie Bad Vilbel – Altenstadt in die Wetterau (Kap. 5. 5) über. Mit den Sedimenten der oligozänen Alzey-Formation (Meeressand) bzw. der Bodenheim-Formation (Rupelton) beginnen im Hanauer Becken die tertiären Ablagerungen über Rotliegend-Sedimenten und enden mit der pliozänen Kahler Braunkohlen-Formation. An den Beckenrändern gehen die weitgehend tonigmergeligen Folgen in eine fossilfreie sandig-kiesige Randfazies über. Im Quartär kommt es zu bedeutenden Umlagerungen und Aufarbeitungen der tertiären Ablagerungen, die häufig eine eindeutige lithologische und stratigraphische Identifikation erschweren.

Keywords

hanau basingermanytertiary stratigraphy