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Neuwieder Becken

Schäfer, Peter; Kadolsky, Dietrich

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 75 (2011), p. 210 - 224

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published: Oct 30, 2011

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ArtNo. ESP171907500003, Price: 8.00 €

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Kurzfassung

Das zwischen Koblenz und Andernach gelegene und naturräumlich auch als Mittelrheinisches Becken zu bezeichnende Gebiet stellt geologisch gesehen eine tektonische Depression dar, deren Entwicklung bereits im Eozän begann und auch heute noch nicht abgeschlossen ist. Das Neuwieder Becken entstand an der Kreuzungsstelle zwischen dem im variskischen Streichen verlaufenden Bitburg – Kasseler Senkungsfeld (Pflug 1959) und dem als Fortsetzung der Niederrheinischen Bucht anzusehenden NW – SE streichenden Rheintrog, was zu einer maximalen Absenkung des Beckens um 350 m geführt hat (Meyer 1994). Während das von Meyer auch als Moseltrog bezeichnete Bitburg – Kasseler Senkungsfeld spätestens im mittleren Eozän angelegt wurde, bildete sich der Rheintrog vermutlich erst im Unteroligozän heraus. Unterschiedlich streichende Störungszonen mit hohen Versetzungsbeträgen bilden die tektonische Begrenzung des Neuwieder Beckens. Nach Meyer (1994) beträgt der Versatz im Bereich des NW – SE streichenden Sayner Sprungs mehr als 200 m und im Bereich des NE – SW streichenden Andernacher Sprungs etwa 100 m. Innerhalb des gesamten Beckens kam es vom Mitteleozän an bis ins Unteroligozän hinein zu kontinuierlicher Sedimentation von zuerst fluviolakustrinen, dann limnisch-brackischen und schließlich brackisch-marinen Ablagerungen, die als Neuwied-Gruppe zusammengefasst werden. Nach einer längeren Sedimentationsunterbrechung wurden im Oberoligozän stellenweise lakustrine Sedimente der Kärlich-Formation abge-Abb. 1: Standardprofil durch die tertiären Ablagerungen im Neuwieder Becken lagert. Im höheren Teil der Abfolge sind außerdem vulkanische Bildungen wie Tuffe und Tuffite sowie fluviatile Sande eingeschaltet. Nach einer erneuten Sedimentationsunterbrechung setzte vermutlich im oberen Miozän die Ablagerung von überwiegend fluviatilen Sedimenten ein, die als Kieseloolithschotter zusammengefasst werden.

Keywords

mittelhreinisches beckentertiarygermanystratigraphy