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Mainzer Becken

Grimm, Kirsten I.; Grimm, Matthias; Radtke, Gudrun; Kadolsky, Dietrich; Schäfer, Peter; Franzen, Jens Lorenz; Schindler, Thomas; Hottenrott Martin,

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 75 (2011), p. 133 - 209

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published: Oct 30, 2011

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Kurzfassung

Der Begriff Mainzer Becken wurde erstmals von Bronn (1837) benutzt. In späteren Jahren benutzten Lepsius (1883), Mordziol (1911a, b), Wenz (1921a), Sandberger (1853, 1863) und Steuer (1910) den Begriff Mainzer Becken für ein unterschiedlich begrenztes Gebiet. Erst mit Golwer (1968) und Rothausen & Sonne (1984 etc. ) setzte sich die heute benutzte Begrenzung des Gebietes durch. Das Mainzer Becken umfasst danach den Bereich zwischen dem nördlichen Ortho-Oberrheingraben, dem Rheinischen Schiefergebirge (Hunsrück und Taunus), dem Pfälzer Bergland und der Haardt. Es stellt eine „hängengebliebene“ Hochscholle im Überlagerungsbereich von Ortho- und Paragraben im Kreuzungsbereich des Oberrheingrabens mit der permokarbonischen Saar-Nahe-Senke dar (Rothausen & Sonne 1984). Da es sich beim Mainzer Becken nicht um einen geschlossenen, von Hochgebieten umrahmten Ablagerungsraum handelt, ist der Begriff „Becken“ irreführend. Vielmehr handelt es sich um ein Bruchfeld am Westrand des Oberrheingrabens („Mainzer Bruchfeld“ nach Stapf 1988). Der Begriff „Mainzer Becken“ wird aber im folgenden als historisch eingeführter regionaler Begriff beibehalten. Der Bereich des heutigen Mainzer Beckens und des benachbarten nördlichen Oberrheingrabens war während des späten Paläozoikums Teil der permokarbonischen Saar-Nahe-Senke, die spätvariszisch verfaltet wurde. Vom Zechstein bis zum Jura lag das Mainzer Becken am Rand einer stabilen Platte ohne interne tektonische Bewegungen und war größtenteils noch Sedimentationsraum (Wurster 1986). Im Oberjura kam es im Zusammenhang mit zahlreichen Uplift-Bewegungen in Mitteleuropa (Wurster 1986) zur Anhebung des „Rheinischen Geotumors“ (Wurster 1986) bzw. des „Rheinischen Schildes“ (Cloos 1939) und damit wurde der terrestrisch-erosive Bereich vom Rheinischen Schiefergebirge nach Südosten bis in das Mainzer Becken ausgeweitet. Spätestens ab der Unterkreide (Ziegler 1990) wurden bis ins Untereozän die abgelagerten Sedimente abgetragen, dabei variszische Strukturelemente freigelegt und ein Relief mit herauspräparierten Härtlingen der permischen Vulkanite und Subvulkanite geschaffen.

Keywords

mainzer beckenmainz basintertiarystratigraphygermany