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Die Barbarossahöhle, ein Geotop im Kyffhäuser (Thüringen)

Mertmann, Dorothee; Decker, Mareike; Adler, Anja; Fischer, Hans-Jürgen

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 76 (2011), p. 76 - 78

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published: May 26, 2011

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ArtNo. ESP171907600022, Price: 8.00 €

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Kurzfassung

Die Barbarossahöhle im Kyffhäuser gilt als Rarität unter den Höhlen Europas. Ihre Wände aus Anhydrit mit vielfältigen Strukturen darin machen die Höhle zu einem Magneten für viele Besucher aus Deutschland und aller Welt. Darüber hinaus sind aber auch der Bergbaustollen und die Höhlenlehme der Beachtung wert. Die Entdeckung der Höhle datiert auf das Jahr 1865, als Bergleute bei Explorationsgrabungen nach Kupferschiefer unterhalb der Falkenburg suchten. Dabei eröffnete sich ihnen nach über 170 m langem Stollenvortrieb die Höhle. Aufgrund der außerordentlichen Bedeutung wurde die Barbarossahöhle zum Geotop und Flächennaturschutzdenkmal in Thüringen erklärt (Hopf 2000, Brust 2005). Die Barbarossahöhle befindet sich 1, 5 km NNW des Ortes Rottleben im südlichen Kyffhäuser. Die nächst gelegene Kreisstadt ist das ca. 4, 5 km entfernte Bad Frankenhausen. Die nach Süden einfallende Einheit des Kyffhäusers zählt zur Hermundurischen Scholle. Die Werra-Formation des Zechsteins ist im südlichen Kyffhäuser oberflächlich ausgedehnt und als typische Gipskarstlandschaft erschlossen. Mit Kupferschiefer und Werra-Kalkstein ist die Basis des Zechsteins im Bergbaustollen der Barbarossahöhle zugänglich (Decker et al. 2011); der Werra-Anhydrit tritt als Wandung der Lösungshohlräume der Höhle auf. Die Bildung des Sulfatkarstsystems der Höhle erfolgte durch die Freilegung der Zechsteinschichten an der Oberfläche vermutlich im Quartär (Kupetz 2005, 2008).

Keywords

barbarossahöhlekyffhäuserrottlebengermanygeotope