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Wie kommt die Seekuh ins Neuseenland? Der Geopfad am Markleeberger/Störmthaler See bei Leipzig

Standke, Gerda; Müller, Arnold; von Rauchhaupt, Ralph; Hoffmann, Gerd; Wein, Renate

Kurzfassung

Der Südraum Leipzigs ist seit mehr als 150 Jahren durch den Braunkohlenbergbau geprägt. Im 20. Jahrhundert entstanden zahlreiche Großtagebaue, die bis in die jüngste Zeit das Landschaftsbild dominierten. Einer der größten war der südöstlich von Leipzig liegende Braunkohlentagebau Espenhain. Nach der Stillegung der meisten Tagebaue in den 1990er Jahren entstand dort ein Seengebiet, das Leipziger „Neuseenland “, mit neuen touristischen Attraktionen. Eine ist der 2012 hinzugekommene Geopfad um den heutigen Markkleeberger/Störmthaler See. Der Braunkohlentagebau Espenhain Der Braunkohlentagebau Espenhain (Abb. 1) wurde 1937 als Versorgungstagebau für die Schwelerei Espenhain aufgeschlossen. 1940 begann die Braunkohlenförderung aus zwei 8 bis 10 Meter mächtigen Flözen, dem eozänen Bornaer Hauptflöz (Flöz 2) und dem oligozänen Böhlener Oberflöz (Flöz 4). Die Braunkohlen wurden damals nicht nur zur Stromgewinnung genutzt, sondern speziell zu Treibstoffen, Teer und Briketts veredelt. Ab 1993 begann mit der systematischen Stilllegung des Tagebaus Espenhain auch der Rückbau aller technischen Anlagen. 1996 verließ der letzte Kohlenzug den Tagebau, anschließend wurde die Abraumförderbrücke gesprengt. Von 1994 bis 2001 sind durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbH umfang-reiche technische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden. So entstand z. B. der Riegeldamm zwischen dem Markkleeberger und Störmthaler See, der heute die Autobahntrasse A38 trägt. Ab 1999 erfolgte die Flutung des Markkleeberger Sees aus Grubenwässern des aktiven Braunkohlenbergbaus, so dass der Markkleberger See bereits 2006 für Erholung und Wassersport nutzbar war. Mit 58 Metern Tiefe ist er der tiefste See im „Leipziger Neuseenland“. Schiffe und Boote können die unterschiedlichen Wasserspiegelhöhen in beiden Seen in einer Schleuse überwinden. Der Geopfad am Markleeberger und Störmthaler See „Erdgeschichte wird an neuen Ufern lebendig“, so schrieb die Leipziger Volkszeitung am 22. 09. 2012 zur Übergabe des ersten Bauabschnitts des Geopfades (Erdgeschichtlicher Zeitpfad) um den Markkleeberger und Störmthaler See.

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