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Regionalentwicklung und Geopark: Anspruch und Wirklichkeit aus der Sicht des ehemaligen Trägers des Nationalen Geoparks Eiszeitland am Oderrand

Ritter, Volkmar

Kurzfassung

Aus der Sicht eines ehemaligen Trägervereins eines Nationalen Geoparks wird die Einrichtung und die Entwicklung des Nationalen Geoparks Eiszeitland am Oderrand bewertet, dabei sind Prozesse der Regionalentwicklung und des Geotourismus zu betrachten. Als der Verein die Trägerschaft übernahm, ging er von der umfassenden Wirkung des AGENDA21-Gedankens, der vermuteten Akzeptanz des Themas Geopark im Land Brandenburg und in der Region und von der überzeugenden Wirkung der Geoparkentwicklung auf den Tourismus und die Regionalentwicklung aus. Am konkreten Beispiel zeigte sich, dass es mit dem Thema der Ausformung der Landschaft durch die letzte Eiszeit sehr schwer ist, eine regionale Identität herzustellen und das Thema auch touristisch wirksam aufzuarbeiten. Das Rollenverständnis eines Geoparks in der Region muss eindeutig geklärt sein, um die nötigen Entwicklungsprozesse anzustoßen und zu begleiten. Die Kopplung an einen Naturpark oder ein Biosphärenreservat ist generell zu prüfen. Die Wirkung und die Potentiale des Geotourismus werden teilweise überschätzt und teilweise nicht genutzt. Eine Einordnung des Geotourismus in den bereits gut entwickelten Naturtourismus der Region hat die nötigen Synergieeffekte gebracht. Wenn ein Geopark sich im Sinne einer AGENDA21 auf die Regionalentwicklung bezieht, dann muss dieser Prozess im Geopark auch von Fachleuten geführt werden. Das sind zum einen die Geologen, aber auch, genauso unabdingbar, Touristiker und Regionalentwickler. Das absolute Primat der geologischen Fragen in einem Geopark wirkt nicht immer zielführend.

Keywords

geoparcsupport organizationgermanyoder river