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Ein Baudenkmal als Wegweiser zu Geotopen - Der Grützpott zu Stolpe

Stein, Karl-Jochen

Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften Heft 81 (2013), p. 79 - 79

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published: Apr 24, 2013

DOI: 10.1127/sdgg/81/2013/79

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Kurzfassung

Am Schulzensee 3/OT Waldsee, D-17258 Feldberger Seenlandschaft Der Turm der Wehranlage zu Stolpe, etwa 10 km SE Angermünde am Odertal gelegen, stellt wohl das bedeutendste aus Stein gefertigte Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert im Nordosten Deutschlands dar. Der am Ostrand des Odertales auf einer Hochfläche liegende Turm wurde nach historischen Angaben (u. a. Schütz 2007) zwischen 1170 und 1190 auf dem Gelände einer slawischen Wallanlage errichtet. Am Turm wurde das Bachsteinformat 25, 7-26, 1 x 11, 9-12, 3 x 8, 3-8, 8 cm verbaut. Schütz (2007) Nach Holst (in Schütz) ähneln diese Formate den um 1200 datierten Formaten des Danewerks. Der untere, weitgehend unter der Oberfläche liegende Sockelteil besteht aus unbehauenen und behauenen Feldsteinquadern. Als typische Binder und Füller zwischen den Lagen verwendeten die frühen Baumeister den plattig spaltenden Jotnischen Sandstein. Über dem Sockel aus Feldsteinen wurden drei Reihen behauener Sandsteine versetzt. In der Literatur wird deren Herkunft widersprüchlich angegeben. Die verbauten Natursteine lassen sich mit ihrer Herkunft auf heute bedeutende Geotope, die gleichzeitig Denkmale der Baugeschichte darstellen, zurückführen. Das Findlingsmauerwerk Als Fundament und bis in eine Höhe von 6 m sind im Inneren unbehauene, sehr große Findlinge aus Gneisen und Graniten verbaut. Das Findlingsmauerwerk ist im Kreuzverband mit gut behauenen, in der Ansicht rechteckigen und an den Kanten teilweise gerundeten Quadersteinen errichtet. Ob diese Steine aus der Umgebung stammen, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Es ist aber zu vermuten, dass die Erbauer die Geschiebeanhäufungen aus der unmittelbaren Umgebung des Bauwerkes nutzten, da Transporte über weite Entfernungen recht aufwändig gewesen wären. Als Geotop und Aufschluss der jüngeren Baugeschichte dürfte zum Bau des Turmes selbst die Satzendmoräne bei Chorin nicht in Frage kommen, wohl aber der nördlich von Stolpe liegende Anschnitt einer Endmoräne. Charakteristisch für das Sandsteinmauerwerk als Zwischenschicht von Findlingsmauerwerk und Ziegelmauerwerk ist die sorgfältig in der Ansichtsfläche erfolgte Bearbeitung der überwiegenden Anzahl der grauen Sandsteine. Es dominiert ein hellgrauer, feinbis mittelkörniger Quarzarenit. Die Steingrößen liegen bei ca. 25-75 x 50 cm, überwiegend bei rund 50 x 50 cm. Analysen der gut behauenen grauen Sandsteinblöcke und der Vergleich der gemessenen IR-Spektren zum Originalgestein von Höör weisen darauf hin, dass der hauptsächlich verbaute Sandstein, aus den Steinbrüchen um Höör stammt. (Stein & Bowitz 2010) Die auflässigen Brüche bei Höör stellen ein bedeutendes Geotop für die thermische Überprägung von klastischen Sedimenten des Hettang dar. Die erhebliche Transportentfernung von Südschweden weist auf die strategische Bedeutung des Turmes. Sandstein mit karbonatischer Bindung Im östlichen Teil der äußeren Mauer sind 6 Blöcke und einige kleinere Steine in den Verband eingefügt, die mit dem Mineralbestand, der schlechteren Qualität der Fertigung und den ungünstigen bautechnischen Eigenschaften einen deutliche Unterschiede zum Sandstein von Höör auf weisen. Die Herkunft dieser Steine konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden. Jotnischer Sandstein Als Binder wurden flache, bis 7 cm starke Platten des rot bis rotbraunen Jotnischen Sandsteins im äußeren und inneren Mauerwerk eingebaut. Größere Mengen dieses Gesteins sind insbesondere im Raum Trebus als Findlinge verbreitet und verbaut.

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