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Weißes Gold aus Sachsen – Kaolinvorkommen und deren Inwertsetzung im Geopark Porphyrland

Krüger, Annett; Heß, Viola; Schilke, Holger; Heidenfelder, Wolfram; Anger, Heidrun

Kurzfassung

Die Inwertsetzung von Rohstoffen, insbesondere der auf dem postorogenen Vulkanismus im Perm basierenden Porphyre und deren tertiäre Verwitterungsprodukte, aber auch der quartären Lockersedimente (Kiese, Sande, Lehme) stellen das Alleinstellungsmerkmal des Geoparks „Porphyrland. Steinreich inSachsen“dar (Krügeretal. 2011). ImRahmendieses Beitrages soll insbesondere auf den Rohstoff Kaolin im Geoparkgebiet und dessen Nutzung (Keramik- und Porzellanindustrie, Geotourismus) eingegangen werden. Tone und Kaoline, aber auch Mergel und Lehme werden in Sachsen seit Jahrhunderten abgebaut. Die gezielte wirtschaftliche Nutzung begann mit der Erfindung des europäischen Porzellans. Der Alchemist und selbsternannte „Goldmacher“ Johann Friedrich Böttger (1682-1719) verwendete für die erstmalige Herstellung von Hartporzellan in Europa Kaolinton von Colditz in Sachsen (Kleeberg 2009). Eine Anekdote aus den „Historischen Nachrichten über die königliche Porzellan -Manufaktur zu Meissen“ des Archidiakonus M. C. B. Kenzelmann von 1810 bezieht sich auf dieses außergewöhnliche Ereignis: „Böttger behauptete im vollen Ernste, Gold machen zu können, und setzte seinen Kopf zum Pfande … Man ließ ihn daher unter strenger Aufsichtim Laboratorium des Herrn von Tzschirnhausen … arbeiten. Er machte einen Versuch über den andern, fand aber, wie natürlich, kein Gold, aber doch etwas, was Goldes werth ist … (Kenzelmann 1810, S. 14)“.

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