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Leibniz’ Wirken im Harz

Wellmer, Friedrich-W.; Gottschalk, Jürgen

Kurzfassung

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (Abb. 1) wurde 1646 in Leipzig geboren und starb 1716 in Hannover. Sein Vater war Aktuar und Professor der Moral an der Leipziger Universität. Leibniz war bergmännisch vorbelastet; sein Großvater väterlicherseits und andere Vorfahren waren sächsische Bergbeamte (Fettweis 2004). Leibniz kam 1676 an den Welfenhof in Hannover (Müller & Krönert 1969). Vor der Zeit in Hannover lebte Leibniz ab 1672 in Paris, wo er gern geblieben wäre. Er wäre am liebsten besoldetes Mitglied der Académie des Sciences geworden, in der die Spitzenwissenschaftler der damaligen Zeit verkehrten, was ihm aber nicht gelang (Hofmann 1976). In Ermangelung einer besseren Anstellung musste er das Angebot von Johann Friedrich Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1625-1679) annehmen, nach Hannover an seinen Hof zu kommen. Nach dessen Tod 1679 wurde sein Bruder, Herzog (später Kurfürst) Ernst August (1629-1698), Nachfolger. Seine Ehefrau Kurfürstin Sophie (1630-1714) wurde Leibniz‘ große Gönnerin am Hof zu Hannover. Paris war schon damals eine Weltstadt mit ca. 400000 Einwohnern, Hannover dagegen knapp 30 Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte nur etwa 10000, ganz Niedersachsen um die 150000 Einwohner. Das seinerzeit bedeutende Oberharzer Bergbauzentrum Clausthal, in dem Leibniz zwischen 1680 und 1685/86 fast mehr Zeit verbringen sollte als an seinem eigentlichen Dienstort Hannover, und das benachbarte Zellerfeld (beide Städte lagen in zwei verschiedenen Welfen-Jurisdiktionen und wurden erst 1924 vereinigt) hatten etwa so viele Einwohner wie das damalige Hannover.

Keywords

ZellerfeldLeibnizWelfen-Jurisdiktionen